Der Energiekonzern RWE hat seine Gewinnprognosen für die Jahre 2026 und 2027 deutlich angehoben. Grundlage sei eine starke operative Performance im ersten Halbjahr 2026 sowie positive Einmaleffekte, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Zudem würden im zweiten Halbjahr zusätzliche Gewinnbeiträge aus der aufgestockten Beteiligung an Amprion und höheren Commodity-Preisen erwartet.
Prognoseanhebung für das laufende Jahr
Für das Geschäftsjahr 2026 rechnet RWE nun mit einem bereinigten EBITDA zwischen 5,750 und 6,350 Milliarden Euro. Bislang hatte der Konzern eine Spanne von 5,2 bis 5,8 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Das bereinigte Nettoergebnis soll zwischen 1,950 und 2,450 Milliarden Euro liegen, nach zuvor 1,550 bis 2,050 Milliarden Euro. Damit übertrifft das Unternehmen die eigenen Erwartungen und die der Analysten.
Bereits im ersten Halbjahr 2026 erzielte RWE ein bereinigtes Nettoergebnis von 1,257 Milliarden Euro. Das Unternehmen bezeichnete diese Entwicklung als über den Markterwartungen liegend. Die operative Performance sei stark gewesen, unterstützt durch eine stabile Nachfrage und günstige Wetterbedingungen für die erneuerbaren Energien.
Deutlicher Anstieg auch 2027
Auch für das folgende Jahr zeigt sich RWE zuversichtlich. Das bereinigte EBITDA soll 2027 auf 6,7 bis 7,3 Milliarden Euro steigen, nach einer vorherigen Prognose von 6,2 bis 6,8 Milliarden Euro. Das bereinigte Nettoergebnis wird bei 2,2 bis 2,7 Milliarden Euro erwartet, verglichen mit zuvor 1,9 bis 2,4 Milliarden Euro. Diese Steigerung spiegelt die positiven Auswirkungen der höheren Amprion-Beteiligung und der erwarteten Preisentwicklung an den Energiemärkten wider.
RWE hatte im vergangenen Jahr seine Beteiligung an Amprion, dem Betreiber von Stromübertragungsnetzen, aufgestockt. Die Integration dieser Anteile verspricht langfristig stabile Erträge. Hinzu kommen höhere Preise für Rohstoffe wie Kohle und Gas, die sich ebenfalls positiv auf die Gewinnentwicklung auswirken.
Hintergrund und Ausblick
Die angehobenen Prognosen kommen zu einer Zeit, in der der Energiesektor weltweit von Unsicherheiten geprägt ist. RWE profitiert von seiner breiten Aufstellung in konventionellen und erneuerbaren Energien. Das Unternehmen investiert weiter stark in den Ausbau der Wind- und Solarenergie sowie in Gaskraftwerke als Brückentechnologie.
Analysten reagierten positiv auf die Nachricht. Die Aktie des Konzerns legte im vorbörslichen Handel zu. RWE bestätigte zudem seine Mittelfristziele, die eine Steigerung der Profitabilität und Dividendenkontinuität vorsehen. Die endgültigen Zahlen für das erste Halbjahr 2026 sollen in den kommenden Wochen veröffentlicht werden.



