Trumps Hormus-Maut: 20% Abgabe trifft deutsche Wirtschaft hart
Trumps Hormus-Maut: 20% Abgabe trifft deutsche Wirtschaft

US-Präsident Donald Trump hat erneut einen wirtschaftspolitischen Paukenschlag angekündigt: Eine 20-Prozent-Abgabe auf alle Transporte durch die strategisch wichtige Straße von Hormus. Schifffahrts- und Handelsexperten analysieren die möglichen Auswirkungen auf die deutsche und die Weltwirtschaft.

Was ist die Hormus-Maut?

Die Straße von Hormus ist eine der wichtigsten Seerouten der Welt. Täglich passieren rund 20 Millionen Barrel Öl und große Mengen Flüssigerdgas (LNG) diese Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman. Trump will nun eine Abgabe von 20 Prozent auf den Wert aller Güter erheben, die durch diese Passage transportiert werden. Dies betrifft vor allem Öl, Gas aber auch Containerfracht.

„Eine solche Abgabe würde die Transportkosten drastisch erhöhen und letztlich die Verbraucher weltweit belasten“, warnt Dr. Anna Schmidt, Handelsexpertin am Institut für Weltwirtschaft in Kiel. „Besonders stark betroffen wäre Deutschland als Exportnation, das einen Großteil seiner Energieimporte aus der Golfregion bezieht.“

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Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft

Deutschland importiert rund 30 Prozent seines Rohöls und einen erheblichen Teil seines Erdgases aus Ländern wie Saudi-Arabien, Irak und Katar – allesamt Anrainer des Persischen Golfs. Die neue Abgabe würde die Energiepreise in die Höhe treiben. Laut ersten Schätzungen könnten die Kosten für Benzin und Heizöl um bis zu 15 Prozent steigen. Auch die Industrie, die auf günstige Energie angewiesen ist, würde massiv getroffen.

„Die deutsche Wirtschaft steht bereits unter Druck durch hohe Energiepreise und die Folgen des Ukraine-Kriegs. Eine Hormus-Maut wäre ein weiterer schwerer Schlag“, erklärt Prof. Markus Weber, Volkswirt an der Universität München. „Besonders die chemische Industrie und die Stahlproduktion wären betroffen, da sie viel Energie benötigen.“

Globale Folgen

Die Hormus-Maut würde nicht nur Deutschland treffen. Auch andere große Volkswirtschaften wie China, Japan und Südkorea sind stark von Ölimporten aus der Golfregion abhängig. Die Weltwirtschaft könnte in eine Rezession rutschen, warnen Experten. Die Internationale Energieagentur (IEA) schätzt, dass die globale Ölversorgung um bis zu 5 Prozent zurückgehen könnte, wenn die Abgabe zu Handelskonflikten führt.

„Trump spielt hier ein gefährliches Spiel. Die Straße von Hormus ist eine Lebensader der Weltwirtschaft. Eine solche Abgabe könnte zu Vergeltungsmaßnahmen führen und die globalen Lieferketten empfindlich stören“, sagt Dr. Schmidt.

Hintergrund: Trumps zweite Amtszeit

Donald Trump hat die Weltwirtschaft in seiner zweiten Amtszeit bereits mehrfach verunsichert. Mal durch die Ankündigung höherer oder ganz neuer Zölle, mal durch seine Annexionspläne für Grönland. Zuletzt aber vor allem durch den amerikanisch-israelischen Angriff auf den Iran, der die Energiepreise in die Höhe trieb. Die Hormus-Maut ist ein weiterer Schritt in einer Reihe von protektionistischen Maßnahmen, die darauf abzielen, Druck auf andere Länder auszuüben.

„Trump will die USA zur dominierenden Macht im Nahen Osten machen und gleichzeitig andere Nationen schwächen“, analysiert Prof. Weber. „Die Hormus-Maut ist ein Mittel, um die Abhängigkeit von Ölimporten zu nutzen und politische Zugeständnisse zu erzwingen.“

Reaktionen aus Deutschland

Die Bundesregierung hat sich bisher zurückhaltend geäußert. Ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums sagte, man beobachte die Entwicklungen genau und stehe in Kontakt mit den europäischen Partnern. Die EU erwägt bereits Gegenmaßnahmen, falls die Abgabe tatsächlich eingeführt wird. „Wir werden nicht tatenlos zusehen, wie unsere Wirtschaft geschädigt wird“, hieß es aus Brüssel.

Die deutsche Industrie schlägt Alarm. Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) forderte die Bundesregierung auf, sich diplomatisch für eine Lösung einzusetzen. „Eine Hormus-Maut wäre ein schwerer Schlag für den Welthandel. Wir brauchen eine starke diplomatische Antwort, um Schlimmeres zu verhindern“, so BDI-Präsident Siegfried Russwurm.

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Ausblick

Es bleibt abzuwarten, ob Trump die Hormus-Maut tatsächlich durchsetzen kann. Rechtlich ist die Erhebung einer solchen Abgabe umstritten. Die USA kontrollieren zwar militärisch die Straße von Hormus, doch eine einseitige Abgabe könnte gegen internationales Seerecht verstoßen. Experten rechnen mit langwierigen juristischen Auseinandersetzungen. Bis dahin bleibt die Unsicherheit groß – und die deutschen Unternehmen müssen sich auf höhere Kosten einstellen.