Wärmewende drückt Gewinn der Hamburger Energiewerke auf 19,3 Mio. Euro
Wärmewende: Gewinn der Hamburger Energiewerke sinkt

Die Hamburger Energiewerke (HEnW) haben im vergangenen Jahr einen deutlichen Gewinnrückgang verzeichnet. Wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte, sank der Jahresüberschuss auf 19,3 Millionen Euro, nachdem im Vorjahr noch 42,5 Millionen Euro erzielt worden waren. Grund für den Einbruch sind vor allem die massiven Investitionen in die Wärmewende, mit denen der Konzern seine Strategie zur Dekarbonisierung der Wärmeversorgung vorantreibt.

Investitionen in die Wärmewende belasten das Ergebnis

Die HEnW haben im Berichtsjahr rund 120 Millionen Euro in den Ausbau von Fernwärme und die Umstellung auf erneuerbare Energien investiert. Dies führte zu höheren Abschreibungen und Betriebskosten, die das operative Ergebnis belasteten. Der Umsatz des Unternehmens blieb mit rund 1,2 Milliarden Euro nahezu stabil. „Wir befinden uns in einer Phase des Umbruchs. Die Investitionen in die Wärmewende sind notwendig, um Hamburgs Klimaziele zu erreichen, aber sie schlagen sich kurzfristig in unseren Zahlen nieder“, sagte Finanzvorstand Dr. Markus Schmidt.

Ausbau der Fernwärme und erneuerbarer Quellen

Ein zentraler Bestandteil der Strategie ist der Ausbau des Fernwärmenetzes. Die HEnW haben im vergangenen Jahr mehrere Großprojekte gestartet, darunter den Anschluss neuer Stadtteile und die Integration von Wärmepumpen sowie Solarthermieanlagen. Zudem wurde ein neues Biomasseheizkraftwerk in Betrieb genommen, das künftig einen Teil der Wärmeversorgung übernehmen soll. „Wir investieren gezielt in Technologien, die uns unabhängiger von fossilen Brennstoffen machen“, erklärte Schmidt.

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  • Investitionen in Fernwärmeausbau: 80 Millionen Euro
  • Errichtung von Wärmepumpen und Solarthermie: 30 Millionen Euro
  • Biomasseheizkraftwerk: 10 Millionen Euro

Gewinnrückgang trotz stabiler Umsätze

Der Umsatz der HEnW blieb mit 1,2 Milliarden Euro auf Vorjahresniveau. Während die Erlöse aus dem Stromgeschäft leicht zurückgingen, stiegen die Einnahmen aus der Wärmesparte um rund fünf Prozent. Dies ist vor allem auf die gestiegene Nachfrage nach Fernwärme zurückzuführen. Der operative Gewinn (EBIT) sank jedoch von 58 Millionen Euro auf 32 Millionen Euro. „Die Margen im Wärmegeschäft sind derzeit gering, da wir die Preise für die Kunden stabil halten wollen, während die Kosten steigen“, so Schmidt.

Ausblick: Weitere Investitionen geplant

Für das laufende Jahr plant das Unternehmen, noch einmal rund 140 Millionen Euro in die Wärmewende zu investieren. Dazu gehören der Bau eines weiteren Wärmespeichers und die Erschließung neuer geothermischer Quellen. „Wir rechnen damit, dass sich die Investitionen ab 2026 positiv auf das Ergebnis auswirken werden, wenn die neuen Anlagen in den Regelbetrieb gehen“, sagte Schmidt. Die HEnW bestätigten zudem ihre Prognose, dass der Gewinn in diesem Jahr noch einmal leicht sinken könnte, bevor er sich ab 2025 stabilisiert.

Die Stadt Hamburg, die Mehrheitseigentümerin der HEnW ist, unterstützt die Investitionsstrategie. „Die Wärmewende ist ein zentraler Baustein unserer Klimapolitik. Die HEnW leisten hier einen wichtigen Beitrag, auch wenn es kurzfristig zu finanziellen Einbußen kommt“, sagte Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne).

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