Der mutmaßliche Amokfahrer des Christopher Street Days (CSD) in Berlin, Abdul Ballout (21), ist tot. Spezialeinsatzkräfte (SEK) erschossen ihn am Sonntagabend während eines Zugriffs in einer Gartenparzelle im Bezirk Spandau. Nach Informationen der BILD-Zeitung soll Ballout die Einsatzkräfte mit einer Stichwaffe angegriffen haben, woraufhin die Polizisten das Feuer eröffneten. Der 21-Jährige erlag seinen Verletzungen um 18.34 Uhr.
Hintergrund der Amokfahrt am CSD
Am Samstagabend gegen 22 Uhr war Ballout mit einem weißen Citroën am Rande des CSD durch den Berliner Tiergarten gefahren. Dabei tötete er eine Frau und verletzte 29 Menschen, einige von ihnen schwer. Nach der Tat flüchtete der Islamist. Die Fahndung nach ihm lief auf Hochtouren.
SEK-Zugriff in der Kleingartenanlage
Die entscheidende Spur führte die Ermittler zu einer Kleingartenanlage in Spandau. Die Gartenlaube, in der Ballout untergekommen war, gehört nach BILD-Informationen seinem Vater. Zeugen berichteten, dass die Polizei bereits gegen 15 Uhr Stellung bezog und das Gelände weiträumig absperrte. Gegen 18 Uhr erfolgte der Zugriff. Anwohner hörten zwei Salven mit je vier Schüssen im Abstand von wenigen Minuten. Carsten Barrthel, 1. Vorsitzender der Kleingartenanlage, bestätigte: „Wie uns mitgeteilt wurde, dürfen wir die Kleingartenanlage heute nicht mehr betreten.“
Reaktionen aus der Politik
Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD) dankte den Sicherheitsbehörden noch am Abend. „Ich bin den Sicherheitsbehörden dankbar dafür, dass der Attentäter so schnell aufgefunden wurde. Das ist eine großartige Leistung“, so Spranger, die mit der Einsatzleitung zusammensaß.
Ermittlungen zu möglichen Mittätern
Trotz des Todes von Ballout dauern die Ermittlungen an. Zeugen der Amokfahrt hatten von einem möglichen Beifahrer berichtet. Die Sicherheitsbehörden gehen weiterhin Hinweisen auf Mittäter nach. Nach BILD-Informationen nahmen die Ermittler drei Personen aus dem Umfeld des Verdächtigen vorübergehend in Gewahrsam und befragten sie. Zwei von ihnen wurden inzwischen wieder freigelassen, eine Person befindet sich weiterhin in Gewahrsam. Polizeisprecher Florian Nath erklärte: „Wir müssen diesen Personen aber konkrete Tatverdachtsmomente zuordnen. Wenn wir das nicht können, dann sind diese Personen nach Ablauf von 48 Stunden zu entlassen.“ Einen zweiten Tatverdächtigen haben die Ermittler bislang nicht festgenommen.



