Die umfassenden Bauarbeiten in der Altstadt Köpenick, die seit Februar 2025 laufen, werden sich voraussichtlich bis zum Frühjahr 2028 hinziehen – eine Verschiebung um ein halbes Jahr. Die zuständigen Unternehmen BVG, Berliner Wasserbetriebe und Stromnetz Berlin GmbH nennen dafür mehrere Gründe: Dauerfrost im vergangenen Winter, ein temporäres Abwasserrohr, umzulegende Stromkabel, ausstehende Genehmigungen und zusätzliche Denkmalschutzauflagen. Während einige dieser Hindernisse nachvollziehbar sind, sorgt die Summe der Verzögerungen für Unverständnis.
Geschäfte leiden unter Umsatzrückgängen
Die Gewerbetreibenden in der Altstadt Köpenick sind von den Verzögerungen besonders hart getroffen. Der Fahrradladen „Pedalerie Berlin“ ist bereits nach Mahlsdorf umgezogen. Andere, wie das Café „Milchkaffee“, kämpfen ums Überleben. Betreiberin Anke Schifer bezifferte den Umsatzrückgang Anfang des Jahres auf mindestens 30 Prozent. Sie musste sich privat Geld leihen, ihre Existenz ist ernsthaft gefährdet. Thilo Belz schloss sein Restaurant „Luise“ nach 18 Jahren wegen Umsatzrückgängen von 25 Prozent. Neue Betreiber versuchen nun, die „Luise“ fortzuführen.
Bauleiter kann nicht helfen
Der Bauleiter der BVG, der für seine Hilfsbereitschaft gelobt wird, kann den betroffenen Gewerbetreibenden kaum helfen. Sie müssen allein zusehen, wie sie mit den Bedingungen zurechtkommen. Es ist zu befürchten, dass weitere Läden und Restaurants schließen werden. Die Erholung der Altstadt Köpenick könnte Jahre dauern.



