Das Flugangebot von deutschen Flughäfen wächst in der zweiten Jahreshälfte 2026 kaum noch. 137,5 Millionen Sitzplätze von Juli bis Dezember bedeuten einen Zuwachs von lediglich einem Prozent, wie der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) berichtet. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sind vor allem Inlandsverbindungen sowie Flüge in den Mittleren Osten und nach Westeuropa gestrichen worden. Zusätzliche Starts gibt es hingegen nach Nordafrika und Südeuropa.
Deutschland hinkt europäischer Entwicklung hinterher
Im europäischen Vergleich fliegt Deutschland weiterhin hinterher: In den übrigen EU-Staaten wuchs das Luftverkehrsangebot um sechs Prozent und erreichte einen Erholungsgrad von 116 Prozent im Vergleich zum Vor-Corona-Jahr 2019. Der deutsche Markt hat die Corona-Delle mit einer Erholungsrate von 93 Prozent dagegen weiterhin nicht vollständig ausgeglichen.
Besonders drastisch ist der Rückgang bei innerdeutschen Flügen: Mit 49 Prozent wird nicht einmal jeder zweite Sitzplatz des früheren Angebots geflogen. Langstrecke und Europaflüge haben hingegen nahezu das Niveau von 2019 wieder erreicht.
Hohe Steuern und Kerosinpreise belasten Airlines
Der BDL nennt vor allem die hohen staatlichen Steuern und Abgaben als Grund, dass Fluggesellschaften deutsche Flughäfen meiden. Zusätzlich begrenzen die Airlines ihr Angebot wegen der anhaltend hohen Kerosinpreise. Besonders schwach ist die Entwicklung an mittleren Standorten wie Stuttgart, Berlin oder Leipzig.
Die Drehkreuze Frankfurt und München kommen auf 91 beziehungsweise 89 Prozent ihres früheren Angebots. Einige kleinere Flughäfen wie Memmingen, Weeze oder Karlsruhe/Baden-Baden bieten dagegen deutlich mehr Flüge an, weil dort Direktfluggesellschaften ihr Angebot konzentrieren.



