In Hamburg hat ein ungewöhnliches Entsorgungsprojekt begonnen: Die Firma ReBoat sammelt im Auftrag des Bezirksamts Hamburg-Nord herrenlose Kanus und andere Wassersportgeräte ein. Ziel ist es, die Uferbereiche und Grünanlagen von den zurückgelassenen Booten zu befreien, die Anwohner stören und die Umwelt belasten.
Hintergrund der Aktion
Mark Walberg, Leiter von ReBoat, berichtet, dass sich Anwohner über die herumliegenden Kanus beschwert hätten. Zudem würden die Sportgeräte die Umwelt schädigen. Der Besitz werde nicht registriert, und es fehle eine klare rechtliche Grundlage, um gegen die Schrott-Kanus vorzugehen. ReBoat sei einer der wenigen Dienstleister, die im öffentlichen Bereich solche Geräte entfernen dürfen.
Am Eppendorfer Mühlenteich zog das dreiköpfige Entsorgungsteam ein Kanu aus kanadischer Fichte aus dem Gebüsch. Der Neupreis des Bootes wird auf 5.000 Euro geschätzt. „In dem Zustand hat es null Wert“, sagt Walberg.
Umfang des Projekts
Das Projekt umfasst vier Standorte: Kuhmühlenteich, Goldbekkanal, Eppendorfer Mühlenteich und Barmbeker Stichkanal. Die Entsorger rechnen mit insgesamt 160 herrenlosen Kanus, die eingesammelt werden müssen.
Ablauf der Entsorgung
ReBoat arbeitet eng mit dem Bezirksamt zusammen. Das Amt teilt erste Hinweise zu den Standorten der verlassenen Sportgeräte mit. Jedes Boot und jedes Schloss erhält von ReBoat eine Projektnummer. Manchmal müssen die Entsorger die Sportgeräte mit einer Flex aus Gebüschen befreien. Die Boote werden auf einem Anhänger zu einem Depot gebracht und dort eingelagert.
Rückgabe an Eigentümer
Eigentümer, die ihr Kanu vermissen, können es zurückbekommen. Dazu müssen sie sich per E-Mail an ReBoat wenden. Genauere Informationen bieten die Barcodes auf Verbotsschildern der Stadt. Die Eigentümer müssen nachweisen, dass das Gerät ihnen gehört, oder eine eidesstattliche Versicherung unterzeichnen. Zudem ist eine Gebühr zu entrichten.
Zur Höhe der Gebühren macht das Unternehmen keine genauen Angaben. „Je nach Einlagerungszeit und Bootstyp könnten die Gebühren stark variieren“, sagt Walberg.
Ausblick
Die Sprecherin des Bezirksamts Hamburg-Nord teilt mit, dass die Behörde prüfe, ob das Projekt ausgeweitet werde. Walberg zufolge ist die Resonanz positiv. Einige Bürger hätten sich telefonisch bei dem Team bedankt. Offen ist, wie die Entsorgung künftig finanziert werden soll. Möglich sei eine Auktion der nicht abgeholten Boote.



