Die Gewerkschaft Verdi hat die Beschäftigten im Einzel- und Großhandel in Berlin und Brandenburg zu erneuten Warnstreiks aufgerufen. Die Arbeitsniederlegungen sollen am Freitag, den 1. August, beginnen und bis Samstag, den 2. August, andauern. Höhepunkt ist eine zentrale Kundgebung am Freitagvormittag am Wittenbergplatz in Berlin, bei der auch der frühere Linke-Politiker Gregor Gysi sprechen wird.
Verdi-Forderungen und bisheriger Tarifkonflikt
Verdi fordert in den bundesweit parallel geführten Verhandlungen eine Erhöhung der Entgelte um sieben Prozent, mindestens jedoch 222 Euro pro Monat, bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Bereits in den vergangenen Wochen kam es in der Region zu mehreren Warnstreiks, die jedoch von den Kundinnen und Kunden meist unbemerkt blieben, da sie gezielt in Logistikzentren und nicht in den Verkaufsfilialen stattfanden.
Abschluss in Bayern als Referenz
Vor rund einer Woche hatten sich die Tarifparteien im bayerischen Großhandel auf einen Abschluss geeinigt. Dieser sieht vor, dass die Entgelte der rund 240.000 Beschäftigten im Freistaat ab dem 1. August um 2,9 Prozent steigen. Eine weitere Erhöhung um 2,1 Prozent folgt zum 1. Mai 2027. Die Laufzeit beträgt 24 Monate bis Ende April 2028. In den Tarifgebieten Berlin und Brandenburg liegen derweil Angebote der Arbeitgeberseite vor, die den bayerischen Abschluss nicht berücksichtigen.
Besondere Situation in Brandenburg
Verdi verweist zudem auf die unterschiedliche Entgeltstruktur, insbesondere in Brandenburg. „Ausgerechnet die Beschäftigten mit den niedrigsten Einkommen sollen nach dem Willen der großen Handelsunternehmen keine eigenständige Tariferhöhung erhalten“, teilte die Gewerkschaft mit. In den unteren Entgeltgruppen würde die angebotene Erhöhung dazu führen, dass die Bezahlung unter dem gesetzlichen Mindestlohn liege.
Keine neuen Verhandlungstermine
Wann die Tarifverhandlungen in Berlin und Brandenburg fortgesetzt werden, ist derzeit offen. Weder für den Einzelhandel noch für den Großhandel stehen konkrete Termine fest. Die Gewerkschaft zeigt sich kampfbereit und schließt weitere Streiks nicht aus, sollte die Arbeitgeberseite keine verbesserten Angebote vorlegen.



