Berliner Makler fordern: Mietpreisbremse für 70 Prozent der Wohnungen kippen
Berliner Makler fordern Kippen der Mietpreisbremse

Ein Berliner Maklerverband sorgt mit einem Vorstoß zur Mietpreisbremse für Aufsehen. Nach Ansicht des Verbands schützt das Instrument die Falschen und treibt die Mieten für möblierte Wohnungen in die Höhe. Stattdessen schlagen die Makler eine Reform vor, die auch die „Renditeerwartung der Eigentümer berücksichtigt“.

Maklerverband: Mietpreisbremse schafft Auswüchse

Möblierte Wohnungen zu Mondpreisen und Kellereinheiten, die separat angemietet werden müssen – solche Auswüchse nehmen in Berlin zu. Verantwortlich dafür sei ausgerechnet die Mietpreisbremse, findet ein Interessenverband von Berliner Makler:innen. Damit ein Instrument, das eigentlich zum Schutz von Mieter:innen gedacht ist, werde pervertiert.

Der Verband argumentiert, dass die Mietpreisbremse in ihrer jetzigen Form dazu führe, dass Vermieter nach Schlupflöchern suchten. Die Folge: stark überteuerte möblierte Wohnungen oder die Aufteilung von Wohnungen in mehrere kleine Einheiten, um die Preisgrenzen zu umgehen. Besonders betroffen seien beliebte Stadtteile und Neubauten, wo die Nachfrage besonders hoch sei.

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Makler fordern: Bremse nur für 30 Prozent der Wohnungen

Konkret schlagen die Makler vor, die Mietpreisbremse nur noch für 30 Prozent der Berliner Wohnungen gelten zu lassen. Das wären vor allem Wohnungen in besonders teuren Lagen und mit besonderer Ausstattung. Für die restlichen 70 Prozent solle die Bremse fallen, da hier der Markt angeblich ausreichend reguliert sei.

Die Makler betonen, dass ihr Vorschlag auch die Interessen der Vermieter stärker berücksichtigt. „Die Renditeerwartung der Eigentümer muss wieder eine Rolle spielen, sonst wird nicht mehr gebaut und saniert“, heißt es in dem Papier. Ohne attraktive Renditen drohe ein Investitionsstau, der letztlich allen schade.

Kritik von Mieterverbänden

Mieterverbände reagierten empört auf den Vorstoß. Sie sehen darin einen Angriff auf den ohnehin schon schwachen Mieterschutz in Berlin. „Die Mietpreisbremse ist eines der wenigen wirksamen Instrumente gegen explodierende Mieten“, sagte ein Sprecher des Berliner Mietervereins. „Sie jetzt zu kippen, würde die Mieter noch stärker belasten und die Spekulation mit Wohnungen fördern.“

Die Debatte dürfte in den kommenden Wochen an Fahrt aufnehmen, da der Berliner Senat ohnehin eine Reform der Mietpreisbremse plant. Ob der Vorschlag der Makler dabei Gehör findet, ist offen. Fest steht: Der Wohnungsmarkt in Berlin bleibt ein heißes Eisen.

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