Die Thüringer Bauwirtschaft hat nach Jahren der Flaute wieder deutlich mehr Aufträge an Land gezogen. Wie das Statistische Landesamt in Erfurt mitteilte, gingen in den ersten fünf Monaten des Jahres bei den Betrieben im Bauhauptgewerbe Aufträge mit einem Volumen von einer Milliarde Euro ein. Das entspricht einem Anstieg um 211 Millionen Euro oder knapp 26 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
Öffentlicher Bau und Straßenbau legen zu
Besonders der öffentliche Bau sowie der Straßenbau verzeichneten eine deutliche Verbesserung. Hier stieg das Auftragsvolumen um 28 Prozent oder 120 Millionen Euro. Dies deutet darauf hin, dass die staatlichen Investitionsprogramme von Bund und Land langsam Wirkung zeigen. In Teilen der Thüringer Wirtschaft besteht die Erwartung, dass diese Programme mittelfristig für weitere Aufträge sorgen werden.
Umsatzrückgang trotz Auftragsplus
Trotz der positiven Auftragsentwicklung lag der Umsatz der Branche bis Ende Mai bei rund 806 Millionen Euro – 3,1 Prozent unter dem Wert des Vorjahreszeitraums. Erfasst wurden Betriebe mit mindestens 20 Beschäftigten. Die angespannte Lage der vergangenen Jahre, die vor allem auf eine Flaute im Wohnungsbau zurückzuführen war, ist noch nicht vollständig überwunden.
Regionale Unterschiede und Beschäftigung
Im regionalen Vergleich war die Landeshauptstadt Erfurt gemessen am Umsatz die Region mit den meisten Bauprojekten, gefolgt vom Weimarer Land, dem Landkreis Nordhausen, dem Wartburgkreis und dem Eichsfeld. Im Thüringer Bauhauptgewerbe sind knapp 14.000 Arbeitnehmer beschäftigt.
Investitionsmittel in Rekordhöhe
Thüringen hat nach Angaben der Landesregierung so viel Geld für Investitionen im aktuellen Doppelhaushalt vorgesehen wie seit langem nicht. Dank der Zahlungen aus dem Sondervermögen des Bundes stehen laut Finanzministerium allein in diesem Jahr rund 2,37 Milliarden Euro für Investitionen zur Verfügung. Mit diesen Mitteln soll der in der Vergangenheit aufgebauten Investitionsstau abgebaut werden.



