Die Europäische Kommission hat grünes Licht für staatliche Subventionen in Höhe von insgesamt 659 Millionen Euro für den Bau und die Modernisierung von vier Halbleiterfabriken in Deutschland gegeben. Die Förderung soll die technologische Souveränität und Wettbewerbsfähigkeit Europas stärken, wie EU-Kommissarin Teresa Ribera mitteilte.
Projekte in vier Bundesländern
Die genehmigten Zuschüsse fließen in folgende Vorhaben: eine Anlage in Nordrhein-Westfalen, eine in Schleswig-Holstein, eine in Hessen und eine in Bayern. Die Projekte werden jeweils gemeinsam aus dem Bundeshaushalt und von den zuständigen Landesbehörden finanziert. Die Unternehmen haben sich verpflichtet, positive Auswirkungen auf die Halbleiter-Wertschöpfungskette in der EU sicherzustellen und insbesondere mit Hochschulen und Forschungseinrichtungen zusammenzuarbeiten.
EU-Ziel: 20 Prozent Anteil an globaler Produktion
Die EU verfolgt das ambitionierte Ziel, ihren Anteil an der weltweiten Halbleiterfertigung bis 2030 von derzeit rund 10 Prozent auf 20 Prozent zu steigern. Bereits jetzt haben verschiedene Mitgliedstaaten nach Angaben der EU-Kommission Projekte mit rund 14 Milliarden Euro unterstützt.
In der EU gelten strenge Beihilferegeln, um Wettbewerbsverzerrungen zu vermeiden. Finanzstarke Länder wie Deutschland dürfen ihren Unternehmen keine unverhältnismäßigen Vorteile verschaffen, die Konkurrenten aus dem Markt drängen könnten. Deshalb müssen solche Vorhaben von der EU-Kommission geprüft und freigegeben werden.
Bedeutung für die europäische Chipindustrie
Die Förderung ist Teil der europäischen Chips-Act-Initiative, die darauf abzielt, die Abhängigkeit von asiatischen und US-amerikanischen Herstellern zu verringern. Durch die Investitionen sollen innovative Produktionsverfahren und neue Technologien entwickelt werden, die langfristig die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Halbleiterindustrie sichern.



