Die Geestferkel GmbH aus Wildeshausen im Landkreis Oldenburg hat Insolvenz angemeldet. Das Unternehmen zählt zu den größten deutschen Ferkelerzeugern. Geschäftsführer Jörn Ahlers bezeichnet den Schritt als Warnsignal für die gesamte Branche.
Historischer Preisverfall und Kostenexplosion
Laut einer Pressemitteilung des Unternehmens führten ein historischer Preisverfall bei Ferkeln und Mastschweinen, stark gestiegene Kosten sowie fehlende Zukunftsperspektiven zum Aus. Von der Insolvenz sind 188 Mitarbeiter sowie zahlreiche Betriebe und Standorte in Niedersachsen, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern betroffen.
„Neben den Arbeitsplätzen stehen damit auch regionale Wertschöpfung, bestehende Lieferbeziehungen und ein bedeutender Teil der deutschen Ferkelerzeugung auf dem Spiel“, so die Mitteilung. Das Amtsgericht Delmenhorst bestätigte die Einsetzung eines vorläufigen Insolvenzverwalters. Weitere Details seien noch unklar.
Fehlende Perspektive für Schweinehaltung
Ahlers betonte, dass eine verlässliche Perspektive fehle, die Schweinehaltung unter den gegenwärtigen Marktbedingungen wieder nachhaltig wirtschaftlich zu betreiben. Die Erlöse in der Ferkelerzeugung reichten teilweise nicht einmal mehr aus, um Futter, Wasser und Strom zu bezahlen. „Unter diesen Bedingungen kann kein Unternehmen dauerhaft bestehen“, sagte Ahlers.
In den vergangenen Jahren habe der Betrieb mehrere Millionen Euro in mehr Tierwohl und die Zukunftsfähigkeit der Standorte investiert. Die zusätzlichen Kosten für höhere Tierwohlstandards würden jedoch weder über die Marktpreise noch durch eine verlässliche staatliche Finanzierung ausreichend vergütet.
Forderung nach neuen Preismodellen
Ahlers forderte neue Preismodelle für den Lebensmittelhandel, Schlachthöfe und die Landwirtschaft. Die Insolvenz sei nicht das Problem eines einzelnen Betriebes, sondern ein Warnsignal für die gesamte deutsche Schweinehaltung und Ernährungswirtschaft.



