Bundesbank senkt Prognose: Hoher Ölpreis bremst deutsche Wirtschaft
Bundesbank senkt Prognose: Ölpreis bremst Wirtschaft

Die Bundesbank hat ihre Konjunkturprognose für Deutschland nach unten korrigiert. Grund ist der anhaltende Iran-Krieg, der die Energiepreise in die Höhe treibt und die Wirtschaft belastet. Für das laufende Jahr erwartet die Notenbank nur noch ein Mini-Wachstum von kalenderbereinigt 0,5 Prozent. Das ist etwas pessimistischer als die Dezember-Prognose, die noch 0,6 Prozent vorhersagte.

Energiepreise dämpfen Konsum

„Die stark gestiegenen Energiepreise dämpfen die Kaufkraft der privaten Haushalte und ihre Konsumausgaben“, erklärte die Bundesbank in Frankfurt. Der Energiepreisschock treibe die Teuerung nach oben. Zudem würden die Unternehmen durch Lieferengpässe belastet. Erst nach den schwachen Sommermonaten könnte die Konjunktur wieder allmählich an Fahrt gewinnen, so die Notenbank.

Wachstumsaussichten für die kommenden Jahre

Für das kommende Jahr rechnet die Bundesbank mit einem Wachstum von 0,8 Prozent, das dann 2028 auf 1,4 Prozent steigen könnte. Allerdings werde die Konjunktur weiter durch den Fachkräftemangel und hohe Arbeits- und Energiekosten belastet.

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Pessimistischer Chor der Prognosen

Mit ihrer gesenkten Prognose reiht sich die Bundesbank ein in den Chor pessimistischer Vorhersagen für die deutsche Wirtschaft. Sowohl die Bundesregierung als auch ihr Beratungsgremium, die „Wirtschaftsweisen“, rechnen mit mageren 0,5 Prozent Wirtschaftswachstum in diesem Jahr. Schon 2025 war Deutschland mit einem Mini-Plus von 0,2 Prozent nur knapp am dritten Jahr ohne Wachstum in Folge vorbeigeschrammt.

Inflation steigt durch Krieg

Höhere Kosten für Energie wie Öl und Gas treiben zudem die Inflation nach oben: Die Bundesbank rechnet dieses Jahr mit einer für europäische Vergleichszwecke harmonisierten Inflationsrate (HVPI) von 2,9 Prozent, die dann 2027 leicht auf 2,7 Prozent sinkt und erst 2028 spürbar auf 1,9 Prozent.

Arbeitsmarkt unter Druck

Auch für den Arbeitsmarkt erwartet die Bundesbank Folgen. Demnach dürfte die Beschäftigung in diesem Jahr zunächst leicht sinken und ab Mitte des kommenden Jahres wieder spürbar steigen. Ein Schrumpfen der Wirtschaft wird nach Einschätzung der Bundesbank durch höhere Staatsausgaben etwa für Infrastruktur mit den Milliarden-Sondervermögen verhindert.

Reformdruck auf die Bundesregierung

Wegen der Wirtschaftskrise wächst der Druck auf die Bundesregierung, Reformen anzuschieben. Bis zur parlamentarischen Sommerpause im Juli will sie ein Reformpaket schnüren, das den Arbeitsmarkt, die Sozialversicherungen, die Einkommensteuer und den Bürokratieabbau umfasst.

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