Mini-Wachstum: Deutsche Wirtschaft legt um 0,2 Prozent zu
Deutsche Wirtschaft wächst minimal um 0,2 Prozent

Die deutsche Wirtschaft hat im zweiten Quartal 2024 ein Mini-Wachstum verzeichnet. Wie das Statistische Bundesamt am Montag anhand vorläufiger Daten mitteilte, stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Vergleich zum Vorquartal um 0,2 Prozent. Damit setzt sich die träge Konjunkturentwicklung fort, obwohl die Wirtschaft durch den anhaltenden Iran-Konflikt und die damit verbundenen Unsicherheiten belastet wird.

Überraschende Stabilität trotz externer Schocks

Der leichte Anstieg des BIP kommt überraschend, da viele Ökonomen aufgrund der geopolitischen Spannungen und der gestiegenen Energiepreise mit einer Stagnation oder sogar einem Rückgang gerechnet hatten. "Das Wachstum ist minimal, aber immerhin positiv", kommentierte ein Sprecher des Statistischen Bundesamtes. Die endgültigen Zahlen werden im August erwartet und könnten noch nach oben oder unten korrigiert werden.

Bremsende Faktoren: Iran-Krieg und Energieunsicherheit

Der Konflikt im Iran belastet die deutsche Exportwirtschaft und die Industrie, insbesondere die Automobil- und Chemiebranche. Steigende Rohölpreise und Lieferkettenunterbrechungen dämpfen die Produktion. Zudem verunsichern die anhaltenden kriegerischen Auseinandersetzungen die Investoren und Konsumenten. Das ifo-Institut hatte zuletzt den Geschäftsklimaindex für Juli leicht sinken gemeldet.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Private Konsum als Stütze

Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen zeigte sich der private Konsum robust. Die Verbraucher profitierten von steigenden Löhnen und einer leicht gesunkenen Inflation. Auch die Dienstleistungsbranche trug zum Wachstum bei. Dagegen schwächelt die Bauwirtschaft aufgrund hoher Zinsen und Materialkosten.

Ausblick: Zweite Jahreshälfte bleibt unsicher

Für das dritte und vierte Quartal erwarten Konjunkturforscher nur eine verhaltene Entwicklung. Die Bundesbank rechnet für das Gesamtjahr 2024 mit einem BIP-Wachstum von lediglich 0,3 Prozent. Entscheidend wird sein, ob sich der Iran-Konflikt weiter verschärft und ob die Energiepreise stabil bleiben. Weitere Leitzinserhöhungen der Europäischen Zentralbank könnten die Konjunktur zusätzlich bremsen.

Das Statistische Bundesamt wies darauf hin, dass die Zahlen vorläufig und mit Unsicherheiten behaftet sind. "Die genauen Effekte des Iran-Krieges auf die deutsche Wirtschaft lassen sich erst in den nächsten Monaten vollständig abschätzen", so ein Behördensprecher. Dennoch sei es positiv, dass die Wirtschaft trotz der Widrigkeiten nicht in eine Rezession gerutscht sei.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration