Die weltweite Luftfahrtbranche verzeichnet einen anhaltenden Rückgang der Passagierzahlen. Im Juni sank das Fluggastaufkommen den dritten Monat in Folge. Die International Air Transport Association (Iata) meldete einen Rückgang von 1,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, gemessen in Passagierkilometern. Bereits im Mai betrug das Minus 2,2 Prozent und im April sogar 3,4 Prozent.
Ursachen des Rückgangs
„Die durch den Konflikt im Iran bedingten Turbulenzen und die hohen Ölpreise haben die Nachfrage weiterhin belastet“, erklärte die Iata. Die Spannungen im Nahen Osten, insbesondere die Angriffe von Israel und den USA auf den Iran, haben zu Unsicherheit geführt. Zudem drücken die gestiegenen Kerosinkosten auf die Ticketpreise, was die Reiselust dämpft.
Erste Jahreshälfte noch leicht positiv
Zum Jahresbeginn, vor der Eskalation des Iran-Konflikts, verlief das Geschäft für die Airlines noch sehr erfolgreich. Über das gesamte erste Halbjahr hinweg ergab sich daher ein leichter Anstieg von 0,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Iata, die 376 Fluggesellschaften vertritt und 85 Prozent des weltweiten Passagierflugverkehrs abdeckt, betont die Bedeutung der Sommermonate.
Aussichten für die Hochsaison
Die Monate Juli und August, in denen traditionell die höchste Auslastung herrscht, werden entscheidend sein. Laut Iata sieht es derzeit so aus, als ob die Hochsaison bislang gut verlaufe. Die Organisation geht weiterhin davon aus, dass in diesem Jahr die Schwelle von fünf Milliarden Fluggästen weltweit erreicht wird. Die Vier-Milliarden-Marke war erst 2023 geknackt worden.
Regionale Unterschiede und Ausblick
Während die globalen Zahlen rückläufig sind, zeigen sich regionale Unterschiede. In einigen Märkten, etwa in Asien, erholen sich die Passagierzahlen schneller. Europa und Nordamerika hingegen leiden stärker unter den geopolitischen Spannungen. Die Iata warnt, dass eine weitere Eskalation des Iran-Konflikts die Erholung gefährden könnte. Dennoch bleibt der Verband optimistisch, die Fünf-Milliarden-Marke in diesem Jahr zu überschreiten, sofern die Unsicherheiten nicht zunehmen.



