Urlaub in NRW immer beliebter: 5,4 Millionen Reisen von Inländern
Nordrhein-Westfalen wird als Urlaubsdestination immer attraktiver. Wie der Landesverband Tourismus NRW mitteilte, unternahmen Inländer im vergangenen Jahr 5,4 Millionen Urlaubsreisen in dem Bundesland – ein Anstieg um zwei Prozent im Vergleich zu 2024. Gegenüber dem Vor-Corona-Jahr 2019 beträgt das Plus sogar 40 Prozent. Fast die Hälfte der Gäste stammt aus Nordrhein-Westfalen selbst. Ausländer wurden in der Schätzung nicht berücksichtigt, da sie nicht Teil der zugrundeliegenden Befragungen waren.
Trend zu Deutschlandreisen und Kurzurlauben
„Es gibt einen steigenden Trend nach Ferien innerhalb des Landes – also Deutschlandreisen innerhalb des eigenen Bundeslandes“, sagte Verbandschefin Heike Döll-König. Dies hänge mit Erfahrungen aus der Corona-Zeit zusammen. „Das Glück beginnt nicht erst da, wo ich einen Flieger besteige – vor allem nicht für die kurzen Auszeiten und ergänzenden Urlaube zwischendurch.“ Es wandele sich ein „Mindset“: Es sei nicht mehr erklärungsbedürftig, wenn man sage, man habe sich eine Woche im Teutoburger Wald, im Sauerland oder in der Eifel wunderbar erholt.
Hinzu kommen die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen: Viele Menschen zögen einen Urlaub in einer Ferienwohnung mit Selbstversorgung einer teuren Flugreise mit Hotel vor. Globale Verwerfungen führten zudem zu Unsicherheiten bei bestimmten Flugreisen. „Die Nähe wird smarter und die Menschen schätzen es mehr, was sie vor der eigenen Haustür haben“, so Döll-König. Bei den Urlaubsreisen handelt es sich häufig um Wochenendtrips: Drei Viertel der Reisen dauern ein bis drei Nächte. Allerdings zog auch die Anzahl längerer Reisen deutlich an.
Tourismus als Milliardenwirtschaft
Einer separaten Studie des Forschungsinstituts DIW Econ zufolge gaben Touristen im Jahr 2024 insgesamt 46 Milliarden Euro in Nordrhein-Westfalen aus. Diese Konsumausgaben umfassen nicht nur private Reisen mit Übernachtungen und Tagesausflüge, sondern auch Geschäftsreisen. Berücksichtigt werden Ausgaben für Restaurants, Shopping, Kraftstoffe, Hotels, Tickets für Freizeitveranstaltungen und weitere Posten.
„Der Tourismus ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor für NRW“, betonte Petra Pigerl-Radtke von der Industrie- und Handelskammer (IHK) Ostwestfalen zu Bielefeld. Allein der Einzelhandel setze in NRW pro Jahr acht Milliarden Euro um. „Der Tourismus schafft Wertschöpfung, der Tourismus schafft Arbeitsplätze und er stärkt die Attraktivität unserer Städte und Regionen.“ Rund 483.000 Menschen seien in der Tourismusbranche beschäftigt, was 4,9 Prozent der Gesamterwerbstätigkeit in NRW entspreche.



