Fünf Monate lang erneuerte die Deutsche Bahn die Strecke Köln–Wuppertal–Hagen. Ab Samstag sollte alles wieder nach Plan laufen. Doch am letzten Tag der Generalsanierung fiel der Bahn eine kaputte Brücke auf. Die Panne raubt Pendlern weiter die Nerven.
Brückenschaden entdeckt: Strecke nur einseitig befahrbar
Weil die Strecke nur einseitig befahren werden kann, fallen Verbindungen aus oder sind verspätet. Die Züge müssen auf dem 65 Kilometer langen Abschnitt von Köln bis Hagen langsamer fahren. „Der Grund dafür sind Unregelmäßigkeiten bei Bauarbeiten der Generalsanierung“, erklärte die Bahn.
Seit Februar wurde die wichtige Strecke in Nordrhein-Westfalen für 800 Millionen Euro modernisiert. Pendler im Regionalverkehr mussten in dieser Zeit auf Ersatzbusse umsteigen. Fernzüge wurden weiträumig umgeleitet. Der Zugverkehr sollte durch die Sanierung „verlässlicher und leistungsfähiger“, Störungen und Verspätungen „deutlich“ reduziert werden, versprach die Deutsche Bahn.
Auswirkungen auf den Fernverkehr
Versprochen – gebrochen! Im Fernverkehr hat der unentdeckte Brückenschaden Auswirkungen auf die ICE-Verbindung von Köln nach Hannover und Berlin. Einige Züge beginnen und enden in Hamm. Dadurch entfallen die Halte in Köln, Solingen, Wuppertal und Hagen. Züge, die nicht ausfallen, sind deutlich verspätet unterwegs.
Den Schaden an der Brücke bei Leverkusen-Opladen fanden Sachverständige bei einer Routineüberprüfung. Eines der beiden Gleise auf ihr wurde aus Sicherheitsgründen gesperrt. Bei der Generalsanierung wurde die Brücke laut Deutscher Bahn nicht berücksichtigt, weil eine Inspektion Ende 2025 ohne Beanstandungen blieb. Laut WDR ist unklar, wie lange die Reparatur dauern wird.
Weitere Pannen in diesem Jahr
Es ist nicht die erste Bahn-Panne in diesem Jahr. Die für Ende April geplante vollständige Freigabe der generalsanierten Strecke zwischen Berlin und Hamburg verspätete sich bis zum 14. Juni. Als Grund für die Verzögerung nannte die Bahn den frostigen Frühling. Auch nach der Streckenfreigabe kam es weiterhin zu Verspätungen. Unter anderem, weil die neue Signal- und Stellwerkstechnik noch nicht vollständig abgenommen war, mussten Züge auf einigen Abschnitten langsamer fahren.



