Deutsche Bank und Blantyre wollen bei Varta einsteigen
Deutsche Bank plant Einstieg bei Varta

Die angeschlagene Varta AG könnte neue Gesichter im Aktionärskreis begrüßen. Wie das Bundeskartellamt am Dienstag mitteilte, haben die Deutsche Bank und der britische Finanzinvestor Blantyre Capital Limited Pläne zum Erwerb von Minderheitsbeteiligungen an dem Batteriehersteller angemeldet. Jeweils mehr als 25 Prozent der Anteile sollen erworben werden, was einer Prüfung durch die Wettbewerbshüter bedarf.

Technischer Schritt oder strategische Vorsorge?

In Finanzkreisen wird die Anmeldung zunächst als rein technische Maßnahme gewertet. Ein Insider erklärte gegenüber Reuters, dass die Gläubiger ihre Interessen wahren müssten, falls die Restrukturierung von Varta nicht greife. Ein weiterer Insider betonte, es handele sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme, um bei Bedarf auf Anteile zugreifen zu können. Die Deutsche Bank, Blantyre und Varta selbst wollten sich zu den Vorgängen nicht äußern.

Hintergrund der Krise: Verlust des Apple-Auftrags

Varta hatte zuletzt die Produktion von Knopfzellen am Standort Nördlingen aufgeben müssen, nachdem der wichtigste Kunde abgesprungen war. Rund 350 Arbeitsplätze fallen weg. Der Vertrag mit dem nicht näher genannten Ankerkunden läuft Ende Oktober aus, wie Varta im Mai bekannt gab. In Nördlingen wurden fast ausschließlich die wiederaufladbaren „CoinPower“-Knopfzellen für die AirPods von Apple gefertigt. Einem Insider zufolge wird Apple diese künftig von einem chinesischen Lieferanten beziehen. Durch diesen Schritt muss das Sanierungskonzept überarbeitet werden. Die Verhandlungen der Gläubiger mit Varta laufen derzeit weiter, wie ein weiterer Insider berichtete.

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Expansionskurs führte in die Schieflage

Varta war durch einen rasanten Expansionskurs in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Die Aktien des Unternehmens wurden bereits 2025 von der Börse genommen. Der Batteriehersteller gehört mehrheitlich dem österreichischen Unternehmer Michael Tojner sowie dem Stuttgarter Sportwagenbauer Porsche. Die Zukunft des Unternehmens bleibt ungewiss, während die Gläubiger ihre Optionen ausloten.

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