Französische Mobilfunkanbieter übernehmen Wettbewerber SFR für 20,4 Mrd. Euro
Französische Anbieter kaufen SFR für 20,4 Mrd. Euro

Ein Konsortium französischer Telekommunikationsunternehmen hat eine Vereinbarung zur Übernahme des Konkurrenten SFR unterzeichnet. Die Transaktion bewertet den zweitgrößten Mobilfunkanbieter des Landes mit 20,4 Milliarden Euro und stellt zugleich einen Test für die Haltung der europäischen Wettbewerbsbehörden gegenüber Branchenkonsolidierungen dar.

Hintergrund der Übernahme

Die Orange SA, Bouygues Telecom und die Free-Iliad-Gruppe unterzeichneten gemeinsam ein Memorandum of Understanding mit Altice France – dem Telekommunikationsunternehmen des Milliardärs Patrick Drahi – über die Übernahme. Dies teilten Orange und Bouygues in separaten Erklärungen mit. Der Deal könnte in der zweiten Jahreshälfte 2027 abgeschlossen werden, sobald die erforderlichen Genehmigungen vorliegen, hieß es von Orange.

Die Transaktion beendet eine langwierige Hängepartie für SFR, nachdem Altice zuvor ein Angebot des Konsortiums für den angeschlagenen Anbieter abgelehnt hatte. Drahi strebt an, durch den Verkauf Liquidität zu beschaffen, um die Verschuldung seines Telekommunikationskonzerns zu reduzieren, der über Jahre hinweg durch kreditfinanzierte Übernahmen gewachsen war.

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Auswirkungen auf den Markt

Zudem verschwindet ein bedeutender Akteur vom französischen Markt, da Bouygues, Iliad und Orange planen, die Vermögenswerte und den Kundenstamm von SFR untereinander aufzuteilen. Europäische Telekommunikationskonzerne fordern seit Jahren eine Lockerung der EU-Fusionsregeln. Sie argumentieren, dass der intensive Wettbewerb ihre Fähigkeit einschränke, Renditen für Investitionen in neue Infrastrukturen wie 5G, Glasfasernetze und Rechenzentren zu erwirtschaften.

„Diese Vereinbarung wird die Führungsposition von Orange in Frankreich und Europa stärken und die Ambitionen unseres Plans ‚Trust the Future‘ unterstützen“, erklärte Christel Heydemann, CEO von Orange, am Samstag.

Regulatorische Entwicklungen

Die Wettbewerbsbehörden in Europa und Großbritannien haben sich zuletzt offener für Konsolidierungen gezeigt, nachdem sie jahrelang Märkte mit vier Anbietern bevorzugt hatten, um niedrige Verbraucherpreise zu gewährleisten.

Drahi gründete Altice im Jahr 2001 und baute das Telekommunikationsunternehmen durch Übernahmen zu einem weit verzweigten Imperium aus. Dem Bloomberg Billionaires Index zufolge verfügt er über ein Vermögen von etwa acht Milliarden Dollar. In den vergangenen Jahren hat er Vermögenswerte veräußert und die Finanzierungsstruktur grundlegend überarbeitet.

Wie Bloomberg berichtete, hatte Drahi bereits früher in diesem Jahr eine engere Auswahl an Bietern für eine Mehrheitsbeteiligung an dem französischen Glasfaserunternehmen XpFibre getroffen.

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