Milliarden-Poker um PayPal: Advent und Stripe bieten 60,50 Dollar je Aktie
Milliarden-Poker um PayPal: Advent und Stripe bieten 60,50 Dollar

Advent International und Stripe legen Übernahmeangebot für PayPal vor

Um den Online-Bezahldienst PayPal ist ein Übernahme-Poker entbrannt. Der Finanzinvestor Advent International und der Zahlungsabwickler Stripe wollen Insidern zufolge PayPal kaufen und haben Anfang Juli ein gemeinsames Angebot von 60,50 Dollar je Aktie vorgelegt. Das meldet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen. Das Gebot entspricht einem Aufschlag von rund 28 Prozent auf den PayPal-Schlusskurs vom Dienstag.

Finanzierung durch Banken in Höhe von 50 Milliarden Dollar gesichert

Die Offerte sei durch Finanzierungszusagen von Banken über etwa 50 Milliarden Dollar abgesichert, sagten die Insider. Stripe und Advent planen demnach einen gemeinsamen Besitz zu gleichen Teilen. Eine erste Kontaktaufnahme habe es bereits Anfang April gegeben. Bislang hätten die Bieter jedoch keine Antwort von PayPal erhalten. Gespräche würden für die nächsten Wochen angestrebt. Advent und PayPal wollten den Bericht nicht kommentieren. Von Stripe war dem Bericht zufolge zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

PayPals Marktwert um mehr als 40 Prozent eingebrochen

Der US-Konzern PayPal gehört zu den Pionieren bei digitalen Zahlungen, hat jedoch in den vergangenen Jahren angesichts der zunehmenden Konkurrenz durch Anbieter wie Apple Pay und Google Pay massiv an Boden verloren. Zudem soll PayPal seine Technik nicht schnell genug modernisiert haben, um mit den Rivalen mitzuhalten. Angesichts seiner globalen Bedeutung galt der Zahlungsdienstleister aber auch seit Monaten als deutlich unterbewertet. Der Börsenwert des Unternehmens, der 2021 in der Corona-Pandemie noch bei rund 360 Milliarden Dollar lag, fiel in diesem Jahr auf ein Tief von 36 Milliarden. Allein in den letzten zwölf Monaten büßte PayPal laut „Handelsblatt“ über 40 Prozent seines Werts ein.

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Konzernchef Enrique Lores leitet Umbau ein

Um gegenzusteuern, hatte der im März angetretene Konzernchef Enrique Lores einen großen Umbau bei PayPal eingeleitet. Im April spaltete er das Geschäft in drei Bereiche auf – darunter der Bezahldienst Venmo und die Sparte für Zahlungen und Kryptowährungen. Ziel: PayPal zurück auf Wachstumskurs bringen.

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