Morning Briefing: Warum die Commerzbank-Chefin nicht mehr vor die Welle kommt
Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser,
Im Börsenprospekt von Elon Musks Unternehmen SpaceX gibt es eine besonders schöne Stelle. Elon Musk soll eine Milliarde Aktien von SpaceX erhalten, wenn er bestimmte Bedingungen erfüllt. Eine davon: Auf dem Mars lebt eine Kolonie mit mindestens einer Million Einwohnern. Wenige Tage vor dem für Freitag erwarteten Börsengang deutet sich an, dass dieser Teil nicht der ambitionierteste an dem Projekt ist.
Zum Ausgabefestpreis von 135 Dollar je Aktie sammelt SpaceX 75 Milliarden Dollar ein – Rekord. Doch folgt man den Rechnungen einiger Analysten, müsste der Preis pro Aktie zwischen 60 und 103 Dollar liegen. Morningstar berechnet einen Unternehmenswert von 780 Milliarden Dollar, Pitchbook von 1,15 Billionen Dollar und Aswath Damodaran von der New York University, der „Dekan der Unternehmensbewertung“, einen Wert von 1,35 Billionen Dollar. Musk dagegen setzt den Wert bei 1,77 Billionen an.
Vier Risiken stechen besonders hervor:
SpaceX ist defizitär
Allein im vergangenen Quartal verzeichnete es einen Nettoverlust von 4,3 Milliarden Dollar. Setzt man den Umsatz ins Verhältnis zur Bewertung, ergibt sich ein Kurs-Umsatz-Verhältnis von fast 100. Beim wertvollsten Konzern der Welt, Nvidia, liegt es bei 23.
SpaceX sind eigentlich vier Unternehmen
Was Musk an die Börse bringen will, ist eher ein schillerndes Etikett als ein kohärentes Unternehmen. Unter SpaceX firmieren ein Raketengeschäft, das Satelliteninternet Starlink, die KI Grok und X. Wirklich profitabel ist nur Starlink.
SpaceX ist bei KI abgeschlagen
Die KI Grok ist hinter den Modellen von OpenAI, Anthropic und Google technologisch weit abgeschlagen.
SpaceX trickst sich an die Börse
Indexanbieter wie Nasdaq und FTSE Russell ändern ihre Regeln, damit sie SpaceX schnell aufnehmen können. Börsengehandelte Indexfonds (ETFs) sind dann gezwungen, SpaceX-Aktien entsprechend ihrer Gewichtung in den Indizes zu kaufen.
Ein Erfolg dürfte es zunächst dennoch werden, die Aktie soll vierfach überzeichnet sein. SpaceX ist übrigens entspannter als mancher Anleger: Mit Gewinnen ist in den nächsten Jahren nicht zu rechnen, schreibt das Unternehmen. Mit der Besiedlung des Mars aber natürlich auch nicht.



