Die Berliner Smartphonebank N26 ist im vergangenen Jahr weniger stark gewachsen als erwartet. Das geht aus dem Geschäftsbericht für 2025 hervor. Aus Sicht der Geschäftsleitung lag der Geschäftsverlauf 2025 bezüglich des Kundenwachstums „unter den Erwartungen“, heißt es darin.
Kundenwachstum und Erträge
N26 zufolge ist die Zahl der ertragsrelevanten Kundinnen und Kunden im vergangenen Jahr um 16 Prozent im Vergleich zum vorangegangenen Jahr auf 5,6 Millionen gestiegen. Als „ertragsrelevant“ gelten bei dem Fintech Kunden, die alle Schritte der Kontoeröffnung erfolgreich durchlaufen und ein derzeit offenes N26-Bankkonto haben, wodurch der N26-Konzern mit ihnen Erträge generieren kann.
Dies führte laut dem Bericht dazu, dass die Bruttoerträge um elf Prozent hinter dem Plan zurückblieben. Die Bruttoerträge, bestehend aus Zinserträgen, Gebühren- und Provisionserträgen sowie Erträgen aus dem Wertpapiergeschäft, stiegen im vergangenen Jahr dennoch um 18 Prozent auf 498,1 Millionen Euro.
Gewinnsprung trotz Planverfehlung
Aufgrund geringerer Verwaltungsaufwendungen im Vergleich zum Vorjahr übertraf das Jahresergebnis den Plan hingegen deutlich. Der Gewinn stieg auf 1,6 Millionen Euro. 2024 hatte N26 noch einen Verlust von 42 Millionen Euro verbucht.
Personalwechsel im N26-Vorstand
N26 ist eine Digitalbank mit Hauptsitz in Berlin. Das Start-up wurde 2013 von Valentin Stalf und Maximilian Tayenthal gegründet. Die Bank ist neben Deutschland in 23 anderen Ländern aktiv.
Hinter N26 liegt ein turbulentes Jahr: Wegen wiederholter Probleme mit der Finanzaufsicht hatten viele Investoren auf eine Ablösung der beiden Gründer und auf neue Manager an der Spitze der Bank gedrängt. Sowohl Stalf als auch Tayenthal waren in der Folge aus dem Vorstand ausgeschieden.
Anfang April dieses Jahres hatte schließlich Mike Dargan den CEO-Posten übernommen. Er kam von der Schweizer Großbank UBS. Es war erwartet worden, dass Dargan das Management der Neobank tiefgreifend umbauen würde. Das löst der Brite nun ein.
Neue Vorstandsmitglieder
So ergänzen ab September Marcin Pakulnicki und ab Oktober Nathalie Picquot das Vorstandsteam, wie am Dienstag bekannt wurde. Pakulnicki kommt von der ING Group und wird neuer Technologiechef. Picquot wechselt von Santander zu N26 und ist künftig für die Bereiche Wachstum und Marketing zuständig. Gino Cordt und Timo Meyer, die die jeweiligen Bereiche bislang verantwortet haben, legen ihre Rollen Ende des Jahres nieder.
Schon im Juni war verkündet worden, dass Aytac Aydin als neuer COO von der Oldenburgischen Landesbank zu N26 stößt. Außerdem war Daniel Lappas zum Chief Product und Business Officer befördert worden.
Zudem gab N26 am Mittwoch bekannt, dass Marcus Mosen aus dem Vorstand zurücktritt. Mosen gehört zu den ersten Investoren. Ende 2016 zog er in den Beirat der N26-Bank ein. Ab Oktober 2022 leitete er den Aufsichtsrat, bis er im September des vergangenen Jahres schließlich in den Vorstand der N26-Gruppe einzog.
Ausblick
Die Neobank steht vor einem tiefgreifenden Umbau unter der Führung von Mike Dargan. Die neuen Vorstandsmitglieder sollen das Wachstum und die Technologie vorantreiben. Es bleibt abzuwarten, ob N26 damit das Vertrauen der Investoren zurückgewinnen und das Kundenwachstum steigern kann.



