Air Canada: Pilot flog Hunderte Flüge ohne gültige Lizenz
Pilot flog ohne Lizenz: Air Canada-Skandal

Ein leitender Pilot der Fluggesellschaft Air Canada hat Hunderte Flüge absolviert und Tausende Passagiere befördert – ohne die dafür notwendige Lizenz zu besitzen. Dies berichtet ABC News unter Berufung auf Beamte. Die örtliche Polizei ermittelt im sogenannten „Project Ikarus“ wegen Zertifizierungsbetrugs. Zuvor hatte es bei einer zufälligen Überprüfung der Zertifizierung Unstimmigkeiten gegeben. Was das genau bedeutet, ist derzeit nicht bekannt. Im Laufe des Dienstags soll es eine Pressekonferenz zu dem Fall geben.

Air Canada äußert sich zu dem Vorfall

Die Airline hat sich bereits in einer Pressemitteilung geäußert. Man nehme diese Angelegenheit sehr ernst, heißt es darin. Außerdem: „Die Sicherheit wurde durch diesen Vorfall nicht beeinträchtigt.“ Die Piloten würden alle sechs Monate eine verpflichtende Wiederholungsausbildung absolvieren, um ihre Kompetenzen zu bestätigen. Die betroffene Person sei während ihrer gesamten Tätigkeit bei Air Canada ein voll ausgebildeter Pilot gewesen. Auch eine kommerzielle Pilotenlizenz habe vorgelegen. Laut Unternehmen hat er auch die Anforderungen der Wiederholungsausbildung erfüllt oder sogar übertroffen.

Fehlende ATPL-Lizenz als Kernproblem

Das Problem: Wer als Kapitän oder Erster Offizier große Flugzeuge fliegt, benötigt eine sogenannte Airline Transport Licence, kurz ATPL. Sie gilt als die höchste Lizenz für Berufspiloten. Wer sie nicht besitzt, darf nicht im gewerblichen Luftverkehr fliegen. Erworben wird die ATPL unter anderem durch mehrere schriftliche Prüfungen. Diese Lizenz hatte der kanadische Pilot nicht – wurde aber dennoch zum Kapitän bei Air Canada befördert.

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Konsequenzen für den Piloten

Als dem Unternehmen das klar wurde, hatte man den Piloten aus dem aktiven Dienst entbunden und den Vorgang freiwillig bei „Transport Canada“ gemeldet. Eine Behörde, die mitunter für die Überwachung aller nationalen Transportrichtlinien zuständig ist. Der Pilot sei nicht mehr bei der Airline beschäftigt und soll von „Transport Canada“ zu einer Geldstrafe aufgefordert worden sein. Einzelheiten könne Air Canada, wie das Unternehmen selbst sagt, aufgrund des Datenschutzes nicht nennen.

Der Fall wirft Fragen zur internen Kontrolle bei Air Canada auf. Wie konnte ein Pilot über Jahre hinweg ohne die erforderliche Lizenz fliegen und sogar befördert werden? Die Ermittlungen im Rahmen des „Project Ikarus“ sollen nun Aufklärung bringen. Experten betonen, dass die ATPL-Lizenz essenziell für die Sicherheit im Luftverkehr ist. Ohne sie fehlt der Nachweis über umfassende theoretische und praktische Kenntnisse. Die betroffenen Passagiere wurden vermutlich nie über die fehlende Qualifikation informiert. Air Canada versichert jedoch, dass die Sicherheit zu keinem Zeitpunkt gefährdet war. Die Behörden prüfen nun, ob weitere Piloten betroffen sind oder ob es sich um einen Einzelfall handelt. Die Pressekonferenz am Dienstag wird voraussichtlich weitere Details liefern.

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