Rolly Toys: Traditionsunternehmen schließt – 110 Mitarbeiter entlassen
Rolly Toys schließt: 110 Mitarbeiter verlieren Jobs

Das Ende einer Ära: Rolly Toys stellt Produktion ein

Der traditionsreiche Spielzeug-Hersteller Franz Schneider GmbH & Co. KG, bekannt unter der Marke Rolly Toys, schließt sein Werk in Neustadt bei Coburg endgültig. Alle 110 Mitarbeiter haben ihre Kündigung erhalten. Die Produktion von Trettraktoren, Gokarts, Schlitten und Kinder-Baufahrzeugen wird zum 31. Dezember 2026 eingestellt. Das Unternehmen hatte im Vorfeld eine Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet, um eine Sanierung zu ermöglichen – doch die Suche nach einem Investor blieb erfolglos.

Geschäftsführer Frank Schneider bedauert die Entwicklung: „Die Produktion in Neustadt ist nicht mehr zu retten. Damit geht ein Stück Spielzeuggeschichte verloren.“ Das Familienunternehmen wurde bereits 1938 gegründet und brachte 1966 den ersten Trettraktor auf den Markt. Seit 60 Jahren rollen die kleinen Traktoren aus dem oberfränkischen Werk auf Höfen und durch Gärten in ganz Deutschland.

Gründe für die Schließung: Wirtschaftlicher Druck von allen Seiten

Die Entscheidung zur Schließung ist auf mehrere Faktoren zurückzuführen. Nach Firmenangaben sprang 2025 der zweitgrößte Kunde ab, was einen erheblichen Umsatzverlust bedeutete. Hinzu kamen die stark gestiegenen Energiepreise infolge des Ukraine-Kriegs sowie höhere Kosten für Material und Wareneinkauf. Auch die Konkurrenz aus China setzt dem Unternehmen massiv zu. Zudem belasteten US-Zölle das Exportgeschäft. Potenzielle Investoren zeigten sich angesichts der hohen Standortkosten in Deutschland nicht bereit, das Werk zu übernehmen.

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Die Franz Schneider GmbH produzierte auf rund 36.000 Quadratmetern jährlich etwa 250.000 Kinderfahrzeuge. Trotz der soliden Produktqualität war der Standort Neustadt wirtschaftlich nicht mehr konkurrenzfähig. Die Geschäftsführung und Sanierungsexperten hatten monatelang nach Lösungen gesucht, jedoch ohne Erfolg.

Zukunft der Marke Rolly Toys: Produktion an anderen Standorten?

Die Marke Rolly Toys soll möglicherweise weiterleben. Laut Frank Schneider befinden sich noch zwei Interessenten im Rennen, die die Produktion der Spielzeuge an anderen Standorten fortführen wollen. Details zu den Verhandlungen wurden nicht genannt. Für den Standort Neustadt bedeutet dies jedoch das endgültige Aus. Die Schließung trifft die Region schwer, da das Unternehmen ein bedeutender Arbeitgeber im Landkreis Coburg war.

Schicksal der Belegschaft: Ältere Mitarbeiter vor großer Herausforderung

Besonders hart trifft die Schließung die Mitarbeiter. Viele von ihnen sind zwischen 50 und 62 Jahren alt und stehen nun vor der schwierigen Aufgabe, sich beruflich neu zu orientieren. Die Geschäftsführung arbeitet an einer zusätzlichen Prämie für die Beschäftigten, die bis zum Schluss im Betrieb bleiben. Die Kündigungen sind bereits ausgesprochen, das Arbeitsverhältnis endet mit dem Jahresende 2026.

Die Franz Schneider GmbH & Co. KG blickt auf eine lange Geschichte zurück. Das Familienunternehmen wurde 1938 von Franz Schneider gegründet und hatte sich auf Kinderfahrzeuge spezialisiert. Mit der Schließung des Werks in Neustadt endet ein Kapitel der fränkischen Industriegeschichte.

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