Hohe Ölpreise: Shell verdreifacht Quartalsgewinn auf 10,8 Milliarden Dollar
Shell verdreifacht Quartalsgewinn durch Iran-Krieg

Der britische Energiekonzern Shell hat im zweiten Quartal seinen Nettogewinn mehr als verdreifacht. Grund sind die stark gestiegenen Ölpreise im Zuge der militärischen Auseinandersetzungen im Nahen Osten, insbesondere der Iran-Krieg beeinflusste die globalen Energiemärkte massiv. Der den Aktionären zurechenbare Gewinn stieg auf 10,8 Milliarden Dollar (rund 9,4 Milliarden Euro) – im Vorjahresquartal waren es noch 3,6 Milliarden Dollar.

Umsatzsteigerung um 45 Prozent

Der Umsatz kletterte im zweiten Quartal um 45 Prozent auf 96,4 Milliarden Dollar. Das Unternehmen profitierte dabei von den höheren realisierten Preisen für Rohöl und Erdgas. Konzernchef Wael Sawan erklärte, das zweite Quartal sei von „massiven Verwerfungen auf den globalen Energiemärkten“ geprägt gewesen. Die operative Leistung von Shell habe „sehr starke Ergebnisse“ ermöglicht. Es sei der höchste Quartalsgewinn und operative Cashflow seit dem Jahr 2022 gewesen.

Auswirkungen des Iran-Krieges

Die kriegerischen Handlungen im Iran und die dadurch ausgelöste Unsicherheit in der Straße von Hormus haben die Ölpreise in die Höhe getrieben. Shell wies jedoch darauf hin, dass die positiven Effekte der höheren Preise teilweise durch geringere Absatzmengen ausgeglichen wurden. So sank die Gasproduktion infolge von Beeinträchtigungen durch den Krieg am Golf gegenüber dem ersten Quartal deutlich. Der Nahe Osten macht rund 20 Prozent der Öl- und Gasproduktion des Konzerns aus.

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Herausforderungen im Gasgeschäft

Ein konkretes Beispiel für die Produktionsausfälle ist die Gasverflüssigungsanlage Pearl in Katar. Sie ruht seit März, nachdem ein Angriff einen der beiden Produktionsstränge beschädigt hatte. Die Reparaturarbeiten werden voraussichtlich etwa ein Jahr dauern, so Shell. Diese Störungen dämpften das operative Ergebnis im Gasgeschäft trotz der insgesamt hohen Preise.

Trotz der geopolitischen Risiken zeigte sich Shell zuversichtlich, die Produktion mittelfristig wieder hochfahren zu können. Das Unternehmen betonte, dass die aktuelle Lage die Bedeutung diversifizierter Lieferketten unterstreiche. Die Aktionäre dürften sich über den Gewinnsprung freuen, der die Ausschüttungen in den kommenden Quartalen stützen könnte.

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