Der US-Fahrdienstvermittler Uber hat wie erwartet ein Übernahmeangebot für den deutschen Essenslieferdienst Delivery Hero vorgelegt. Beide Unternehmen bestätigten den Schritt am Donnerstag. Uber bietet den Aktionären 41,50 Euro je Aktie, womit Delivery Hero mit insgesamt 12,7 Milliarden Euro bewertet wird.
Prosus stimmt Verkauf zu
Der zweite Großaktionär Prosus hat bereits zugestimmt, seine knapp 17-prozentige Beteiligung an Delivery Hero abzugeben. Uber machte die Übernahme von einer Mindestannahmeschwelle von 50 Prozent plus einer Aktie abhängig. Da Uber bereits im April bei Delivery Hero eingestiegen war und sich inklusive Derivaten knapp 37 Prozent der Anteile gesichert hatte, ist die Schwelle mit den Prosus-Anteilen nun überschritten.
Uber-Chef sieht plattformübergreifende Stärkung
„Der Zusammenschluss stärkt das plattformübergreifende Angebot von Uber erheblich, verdoppelt nahezu die Anzahl der Märkte, in denen wir sowohl Mobilitäts- als auch Lieferdienste anbieten werden“, sagte Uber-Chef Dara Khosrowshahi. „Er ermöglicht es uns, Kunden und Investoren einen langfristigen Mehrwert zu bieten.“
Experten sehen in der Übernahme einen Trend bestätigt: Große Plattformen konsolidieren den Markt für Essenslieferungen, um Skaleneffekte zu nutzen und ihr Angebot zu erweitern. Der Zeitpunkt der Übernahme überrascht jedoch, da Uber erst vor wenigen Monaten bei Delivery Hero eingestiegen war.
Uber zahlt effektiv weniger
Uber dürfte für die Übernahme tatsächlich deutlich weniger bezahlen, als die Bewertung von 12,7 Milliarden Euro vermuten lässt. Wie Uber-Finanzchef Balaji Krishnamurthy jüngst auf einer Finanzkonferenz sagte, hat Uber für das Paket, das sie bereits halten, im Schnitt einen Preis von knapp über 30 Euro bezahlt. Damit liegt der effektive Kaufpreis unter dem aktuellen Angebotspreis.
Die Übernahme steht noch unter dem Vorbehalt der kartellrechtlichen Genehmigung. Analysten rechnen jedoch mit einer Zustimmung, da Uber und Delivery Hero in vielen Märkten bereits konkurrieren und die Fusion den Wettbewerb nicht wesentlich einschränken dürfte.



