Varta stellt Insolvenzantrag: 3260 Mitarbeiter bangen um Zukunft
Varta stellt Insolvenzantrag – Zukunft von 3260 Mitarbeitern ungewiss

Der schwäbische Batteriehersteller Varta hat beim Amtsgericht Stuttgart einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt. Dies bestätigten Finanzkreise und das Gericht am heutigen Tag. Das Unternehmen mit Sitz in Ellwangen beschäftigt rund 3260 Mitarbeiter, deren Zukunft nun ungewiss ist.

Finanzlücke im mittleren zweistelligen Millionenbereich

Die sogenannte Ad-hoc-Gläubigergruppe, bestehend aus der Deutschen Bank sowie den Finanzinvestoren RBC BlueBay, Blantyre und Whitebox, begründete den Schritt mit der angespannten Finanzlage. Eine unabhängige Analyse habe ergeben, dass Varta kurzfristig zusätzliches Geld im mittleren zweistelligen Millionenbereich benötige. Trotz intensiver Gespräche habe sich kein Investor bereit erklärt, weiteres Kapital bereitzustellen.

Das zuständige Amtsgericht Stuttgart bestätigte den Eingang von vier Anträgen. Eine Sprecherin teilte mit, diese würden nun geprüft. Varta selbst kündigte auf Anfrage eine offizielle Mitteilung an.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Schon 2024 eine Restrukturierung

Erst im Jahr 2024 hatte sich Varta im Rahmen des Restrukturierungsgesetzes (StaRUG) neu aufgestellt, um eine Insolvenz abzuwenden. Dabei verloren Altaktionäre ihre Beteiligungen, und Gläubiger verzichteten auf einen Teil ihrer Forderungen. Anfang April 2024 erklärte Varta die Restrukturierung für abgeschlossen und sah sich wieder auf Kurs. Doch die wirtschaftliche Lage verschlechterte sich erneut.

Ein Werk mit rund 350 Mitarbeitern im bayerischen Nördlingen soll noch im Herbst geschlossen werden. Grund ist der Wegfall von Apple als wichtigstem Kunden für diesen Standort, wie im Mai bekannt wurde. Varta stellte dort Knopfbatterien für die kabellosen Kopfhörer des US-Konzerns her, die künftig aber wohl aus Asien kommen sollen. Neue Großkunden fehlten bislang.

Umsatz und Verlust im Jahr 2024

Geschäftszahlen veröffentlichte Varta zuletzt für das Jahr 2024. Damals erzielte das Unternehmen einen Umsatz von rund 793 Millionen Euro und einen Verlust von 64,5 Millionen Euro. Der Konzern produziert neben den bekannten Haushaltsbatterien unter anderem Mikrobatterien für Hörgeräte sowie Energiespeicher.

Die Zukunft von Varta hängt nun vom Ausgang des Insolvenzverfahrens ab. Die Gläubigergruppe hatte zuvor angedeutet, dass eine Zerschlagung des Unternehmens drohe, weil wichtige Geldgeber das Geschäft mit Haushaltsbatterien aus dem Konzern herauslösen wollen.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration