Waffen-Mafia-Prozess: Geständnisse, aber Hauptangeklagter schweigt
Waffen-Mafia-Prozess: Geständnisse, Hauptangeklagter schweigt

Im Prozess um den spektakulären Waffenfund aus Remscheid haben zwei der drei Angeklagten umfassende Geständnisse abgelegt. Der mutmaßliche Hauptverantwortliche hingegen schweigt weiterhin und ließ einen zuvor ausgehandelten Straf-Deal platzen. Das Landgericht Wuppertal verhandelt seit Montag den Fall, bei dem es um ein Waffenlager mit mehr als 100 Schusswaffen und zehntausenden Schuss Munition geht.

Geständnisse der Mitangeklagten

Die beiden Mitangeklagten, ein 34-jähriger Deutscher und ein 29-jähriger Türke, räumten vor Gericht ein, an der Beschaffung und Lagerung der Waffen beteiligt gewesen zu sein. Sie belasteten den Hauptangeklagten, einen 42-jährigen mutmaßlichen Mafia-Boss, schwer. „Sie haben detailliert geschildert, wie der Plan ablief und wer die Befehle gab“, sagte ein Gerichtssprecher. Der Deal, der dem Hauptangeklagten eine reduzierte Strafe bei Geständnis in Aussicht stellte, scheiterte an dessen Weigerung, Angaben zur Sache zu machen.

Die Dimension des Waffenfunds

Die Polizei hatte im März 2026 in einer Garage in Remscheid das riesige Waffenlager entdeckt. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft handelte es sich um „eine der größten sichergestellten Waffensammlungen der letzten Jahre in Nordrhein-Westfalen“. Neben Sturmgewehren, Maschinenpistolen und Pistolen fanden die Ermittler auch Sprengstoff und militärische Ausrüstung. Die BILD berichtete exklusiv über den Prozessauftakt und zeigte Bilder aus dem „Mafia-Keller“, wie die Ermittler das Versteck nannten.

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Ermittlungen und Hintergründe

Die Ermittlungen laufen seit Monaten auf Hochtouren. Die Behörden gehen davon aus, dass die Waffen für die organisierte Kriminalität bestimmt waren, möglicherweise für Auseinandersetzungen rivalisierender Banden. „Alles da, was man für einen Krieg braucht“, zitierte die BILD einen Ermittler. Der Prozess wird voraussichtlich mehrere Wochen dauern. Das Gericht hat weitere Zeugen geladen, darunter Polizeibeamte und Sachverständige.

Auswirkungen auf die Sicherheitslage

Der Fund und der laufende Prozess werfen ein Schlaglicht auf die Bedrohung durch Waffenhandel in Deutschland. Innenexperten fordern schärfere Kontrollen und härtere Strafen. „Solche Waffenlager zeigen, dass die organisierte Kriminalität hochgerüstet ist“, sagte ein Sprecher des Landeskriminalamts. Der Prozess in Wuppertal wird daher mit großer Spannung verfolgt.

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