35-Millionen-Euro-Strafe für Nintendo wegen Joy-Con-Drift
35-Millionen-Strafe für Nintendo

Wegen des seit Jahren bekannten Joy-Con-Drifts bei der Nintendo Switch hat die französische Verbraucherschutzbehörde DGCCRF eine Strafe von 35 Millionen Euro gegen Nintendo verhängt. Der Konzern habe Kunden nicht ausreichend über den Fehler informiert, so die Behörde. Nintendo of Europe hat die Strafe akzeptiert, weist jedoch den Vorwurf der vorsätzlichen Täuschung zurück. Die Annahme diene lediglich der Beendigung des Verfahrens.

Unlautere Geschäftspraxis

Der Joy-Con-Drift zählt zu den bekanntesten Technikproblemen der Switch. Dabei reagieren die Analog-Sticks, obwohl sie nicht bewegt werden. Spielfiguren laufen selbstständig weiter, Kameras drehen sich ohne Eingabe und Menüs lassen sich kaum noch steuern. Für viele Nutzer wurde das Spielen dadurch stark eingeschränkt.

Nach Auffassung der französischen Behörden wusste Nintendo bereits 2018 von dem Problem. Kostenlose Reparaturen wurden in Europa jedoch erst ab 2023 angeboten. Die Behörde sieht darin eine irreführende Geschäftspraxis, weil Verbraucher möglicherweise neue Controller kauften, obwohl eine Reparatur möglich gewesen wäre. Nintendo weist den Vorwurf zurück, Kunden absichtlich getäuscht zu haben. Die Annahme der Strafe sei lediglich ein Schritt zur Beendigung des Verfahrens.

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Kostenlose Reparatur möglich

Betroffene können ihre Joy-Cons in Deutschland weiterhin kostenlos reparieren lassen, auch wenn die Garantie bereits abgelaufen ist. Hintergrund waren mehr als 25.000 Beschwerden, die die European Consumer Organisation (BEUC) im Jahr 2021 erhalten hatte. Vor einer Reparaturanfrage empfiehlt Nintendo, die Analog-Sticks neu zu kalibrieren und die Tastenbelegung zu überprüfen. Bleibt der Fehler bestehen, können Nutzer über die Nintendo-Supportseite eine Reparatur anmelden.

Woran liegt der Fehler?

Seit dem Verkaufsstart der Nintendo Switch im Jahr 2017 sorgt der Drift-Fehler immer wieder für Kritik. Ursache sind unter anderem Verschleiß an den Analog-Sticks und Verschmutzungen an Sensoren. Die verwendete Technik kommt auch bei anderen Herstellern zum Einsatz und kann sich mit der Zeit abnutzen.

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