Die Polizeiinspektion Donauwörth hat Ermittlungen wegen eines Online-Betrugs aufgenommen, nachdem ein Mann aus Rain für Holzpellets bezahlt hat, die nie geliefert wurden. Der Vorfall ereignete sich nach Polizeiangaben in den vergangenen Tagen. Der Geschädigte hatte im Internet einen Anbieter gefunden, der Pellets anbot. Die Bestellung erfolgte online, die Bezahlung per Vorkasse. Als die Ware ausblieb, erstatte der Mann Anzeige.
Das ist passiert
Der Kunde bestellte auf der Webseite des angeblichen Unternehmens eine größere Menge Holzpellets und überwies das verlangte Geld auf ein deutsches Konto. Die Lieferung sollte wenige Tage später erfolgen. Stattdessen blieb jede Reaktion des Verkäufers aus. Die auf der Seite angegebene Rufnummer war nicht mehr in Betrieb, E-Mails wurden nicht beantwortet.
Erst nach mehrmaligen Versuchen der Kontaktaufnahme entschied sich der Mann zur Anzeige. Bei der Polizei erklärte er, dass er den Anbieter nicht für unseriös gehalten habe. Das Impressum der Seite wirkte vertrauenswürdig, die Preise entsprachen dem üblichen Niveau. Die Schadenshöhe ist bisher nicht bekannt und Gegenstand der laufenden Ermittlungen.
Die Beamten der Polizeiinspektion Donauwörth haben die Spuren des Geldtransfers gesichert. Die Daten wurden an die zuständige Abteilung für Cybercrime der Polizei Bayern weitergeleitet. Dort prüfen Experten, ob das benutzte Konto mit früheren Betrugsfällen in Zusammenhang steht.
Hintergrund: Betrug bei Brennstoffen ist kein Einzelfall
In Zeiten hoher Energiepreise greifen viele Hausbesitzer auf Holzpellets zurück. Das weckt auch das Interesse von Kriminellen. In mehreren Bundesländern kam es in den vergangenen Monaten zu ähnlichen Straftaten. Die Täter nutzen die aktuellen Lieferengpässe aus, indem sie kurzfristige Verfügbarkeit vormachen. Oft sind die betrügerischen Shops nur kurze Zeit online und werden danach abgeschaltet.
Verbraucherzentralen beobachten die Entwicklung mit Sorge. Sie raten grundsätzlich dazu, bei größeren Bestellungen den Anbieter telefonisch zu kontaktieren und sich die Adresse zu notieren. Auch ein Blick in das Handelsregister kann helfen, Briefkastenfirmen zu entlarven.
Polizei rät zu diesen Schutzmaßnahmen
Um nicht auf solche Maschen hereinzufallen, gibt die Polizei folgende Empfehlungen:
- Prüfen Sie die Existenz des Shops über unabhängige Bewertungsportale und Testberichte.
- Zahlen Sie niemals größere Beträge per Vorkasse – nutzen Sie den Kauf auf Rechnung oder Zahlungsdienste mit Käuferschutz.
- Achten Sie auf ein rechtssicheres Impressum mit Handelsregisternummer und fester Niederlassung.
- Seien Sie misstrauisch bei Bankverbindungen ins Ausland, insbesondere in Länder ohne EU-Standard.
- Dokumentieren Sie sämtliche Kommunikation und speichern Sie die Webseite als Beweis.
Falls es doch zu einem Betrug kommt, sollte man nicht lange warten. Je früher die Polizei benachrichtigt wird, desto größer sind die Chancen, das Geld einzufrieren. Zusätzlich kann die Hausbank gebeten werden, die Überweisung möglicherweise zurückzuholen. Für eine Rückbuchung ist jedoch Eile geboten – viele Kreditinstitute setzen eine Frist von wenigen Tagen.
Täter nutzen Arbeitsteilung im Netz
Nach Erkenntnissen der Ermittler arbeiten die Betrüger oft mit Helfern, die als sogenannte Geldmelker fungieren. Sie stellen ihre Konten gegen eine Beteiligung für die Geldentgegennahme zur Verfügung. Diese Konten lassen sich zwar sperren, doch ein Teil der Summe ist häufig bereits ins Ausland verschoben. Im Fall aus Rain schnappte die Falle noch vor der Kontoauflösung zu – der Geschädigte handelte schnell, bevor es zu weiteren Abbuchungen kam.
Die Polizei bittet mögliche weitere Geschädigte, die auf dieselbe Art geschädigt wurden, sich bei der Polizeiinspektion Donauwörth zu melden. Auch Hinweise auf die Betreiber der Webseite werden entgegengenommen.
Der Fall aus Rain zeigt, wie leicht man im digitalen Einkaufstrubel auf unseriöse Geschäfte hereinfällt. Die Botschaft der Ermittler ist klar: Nehmen Sie sich Zeit, bevor Sie online zahlen – das gilt gerade bei knappen Brennstoffen.



