Rathen (dpa/sn) - Nach dem tödlichen Unwetter in der Sächsischen Schweiz hat sich Tourismusministerin Barbara Klepsch (CDU) bei den Einsatzkräften bedankt. Diese hätten „in der Nacht unter extrem schwierigen und gefährlichen Bedingungen im unwegsamen Gelände geholfen, Menschen evakuiert und die Versorgung sichergestellt“, sagte die Ministerin laut Mitteilung.
Ein massiver Windbruch hatte unweit der bekannten Felsformation Bastei nach Angaben der Leitstelle Dresden zahlreiche Bäume umstürzen lassen. Das Unglück ereignete sich nahe der Felsenbühne Rathen, einer Freilichtbühne mitten im Felsmassiv des Elbsandsteingebirges. Als Windbruch bezeichnen Forstleute Bäume, die durch Sturm umknicken oder abbrechen – bei einem solchen Ereignis können binnen Minuten ganze Waldabschnitte zerstört werden.
Die Rettungskräfte waren mit einem Großaufgebot im Einsatz. Die Leitstelle Dresden koordinierte die Bergung der Verletzten und die Evakuierung von Wanderern, die in den Wäldern überrascht worden waren. Wegen des unwegsamen Geländes gestaltete sich die Rettung schwierig, viele Helfer waren bis zum Morgengrauen damit beschäftigt, die Lage zu sondieren. Die Evakuierung verlief nach Behördenangaben ohne weitere Zwischenfälle.
Ein Toter und drei Schwerverletzte
Bei dem Sturm wurde ein 38 Jahre alter Mann von einem Baum getroffen und tödlich verletzt. Drei weitere Menschen erlitten an anderer Stelle schwere Verletzungen. Die genauen Umstände des Unglücks sind noch Gegenstand von Ermittlungen. Die Identität des Verstorbenen wurde bislang nicht veröffentlicht.
Tourismusministerin Klepsch zeigte sich tief betroffen. „Dass ein Mensch, der als Gast in die Region gekommen ist, um Erholung zu finden und die Natur zu genießen, durch dieses Unwetter sein Leben verloren hat, schmerzt mich zutiefst“, sagte sie. „Mein tief empfundenes Beileid und all meine Gedanken sind in diesen schweren Stunden bei den Angehörigen des Verstorbenen.“ Den Verletzten wünschte sie eine rasche und vollständige Genesung.
Hauptsaison im Tourismus betroffen
Das Unwetter trifft die Region und die lokale Tourismusbranche ausgerechnet in der Hauptsaison. In den Sommerwochen zieht die Sächsische Schweiz besonders viele Besucher an, die die einzigartige Sandsteinlandschaft erkunden möchten. Der plötzliche Windbruch hat nicht nur Menschen gefährdet, sondern auch Wälder und Wanderwege schwer beschädigt. Wanderwege sind teils gesperrt, um weitere Unglücke zu verhindern.
Für viele Betriebe in der Region ist der Sommer die wichtigste Einnahmequelle. Hotels, Pensionen, Gaststätten und Anbieter von Klettertouren sind auf die Gäste angewiesen. Sollten die Sperrungen länger andauern, drohen spürbare Umsatzeinbußen. Die Ministerin kündigte an, sich kommende Woche mit Vertreterinnen und Vertretern der regionalen Tourismuswirtschaft und Akteuren vor Ort auszutauschen. Dabei soll beraten werden, wie die Region und die Betroffenen konkret unterstützt werden können. Im Gespräch sind Hilfen bei der Beseitigung der Sturmschäden sowie Maßnahmen, um die Attraktivität der Urlaubsregion schnell wiederherzustellen.
Die Sächsische Schweiz als Tourismusmagnet
Die Sächsische Schweiz ist eines der bedeutendsten Reiseziele in Ostdeutschland. Die Bastei mit ihrer berühmten Brücke bietet einen spektakulären Ausblick auf das Elbtal und lockt Jahr für Jahr Hunderttausende Gäste an. Auch die Felsenbühne Rathen zählt zu den bekanntesten Naturbühnen Europas und ist ein kultureller Anziehungspunkt.
Die Region ist ein beliebtes Gebiet für Wanderer und Kletterer. Der Malerweg führt durch bizarre Felsformationen, tiefe Schluchten und dichte Wälder. Doch die Natur zeigt sich nicht nur von ihrer sanften Seite. Starke Gewitter und Sturmböen können in den Felswänden und Wäldern schnell zu einer Gefahr werden, wie die Ereignisse der vergangenen Nacht zeigen. Die Region zählt zu den bundesweit beliebtesten Urlaubszielen für Aktivurlauber.
Besucher der Sächsischen Schweiz sollten aktuelle Wetterwarnungen beachten und bei Gewittern Wälder und Felsvorsprünge sofort verlassen. Die Naturgewalten in den Sandsteinfelsen sind nicht zu unterschätzen. Die Behörden empfehlen, sich vor dem Aufbruch über die Wetterlage zu informieren und bei Unwetterwarnungen Touren zu verschieben.
Die Behörden warnen vor abgestorbenen und angebrochenen Bäumen, die auch nach dem Sturm noch umstürzen können. Spaziergänger sollten gesperrte Wege unbedingt respektieren.
Die Polizei und der Deutsche Wetterdienst weisen darauf hin, bei Unwetterwarnungen Wälder und exponierte Lagen zu meiden. Die Höhe des Sachschadens ist bislang unklar. Auch über die Dauer der Sperrungen von Wanderwegen wird erst in den kommenden Tagen entschieden werden können.



