Powerbank-Verbot: Brennende Akkus als Sicherheitsrisiko Nummer eins beim Fliegen
Brennende Akkus: Powerbanks als Flugrisiko Nummer eins

Lithium-Ionen-Akkus in Powerbanks und anderen Geräten stellen nach Einschätzung von Sicherheitsexperten die größte Brandgefahr an Bord von Flugzeugen dar. Auf vielen Urlaubsfliegern befinden sich mehr Akkus als Passagiere. Die Gefahr eines Feuers in der Kabine oder im Frachtraum ist real. Neue Verbote für Passagiere sollen das Risiko senken.

Zahl der Akkus übersteigt Passagierzahl

Laut einer Analyse des Flugsicherheitsnetzwerks Aviation Safety Network (ASN) kommt es jährlich zu mehr als 40 Vorfällen mit überhitzten oder brennenden Batterien an Bord von Verkehrsflugzeugen. Allein im Jahr 2025 wurden 52 Zwischenfälle gemeldet, bei denen Lithium-Ionen-Akkus Feuer gefangen hatten. Die Dunkelziffer dürfte höher liegen, da nicht alle Vorfälle gemeldet werden.

Besonders kritisch sind Powerbanks, die häufig in Handgepäck mitgeführt werden. „Eine Powerbank ist das Sicherheitsrisiko Nummer eins beim Fliegen“, sagt Hansjörg Bürkle, Sicherheitsberater der Lufthansa Group. „Sie enthält viel Energie auf kleinem Raum und kann bei Beschädigung oder Kurzschluss innerhalb weniger Sekunden Feuer fangen.“

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Neue Verbote und verschärfte Regeln

Als Reaktion auf die zunehmende Zahl von Zwischenfällen haben mehrere Fluggesellschaften und Aufsichtsbehörden neue Regeln erlassen. Die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) erwägt, Powerbanks mit mehr als 100 Wattstunden (Wh) generell von der Mitnahme auszuschließen. Bisher lag die Grenze bei 160 Wh. Die International Air Transport Association (IATA) empfiehlt ihren Mitgliedern, Powerbanks nur noch im Handgepäck zu erlauben und die Zahl der mitgeführten Geräte auf zwei pro Person zu begrenzen.

Einige Airlines gehen noch weiter. Die Billigfluggesellschaft Ryanair hat angekündigt, ab dem 1. August 2026 Powerbanks komplett zu verbieten. „Die Sicherheit unserer Passagiere hat oberste Priorität“, erklärte ein Ryanair-Sprecher. „Wir können das Risiko nicht länger akzeptieren.“

Technische Hintergründe und Gefahren

Lithium-Ionen-Akkus können durch mechanische Beschädigung, Überladung oder Produktionsfehler in Brand geraten. Der sogenannte thermische Durchgehen („thermal runaway“) setzt extreme Hitze frei und kann benachbarte Akkus entzünden. An Bord eines Flugzeugs ist die Bekämpfung eines solchen Brandes schwierig, da Löschmittel wie Wasser oder Schaum nicht immer wirksam sind und giftige Gase entstehen.

Im Februar 2026 musste eine Boeing 737 der Korean Air nach einem Akkubrand im Frachtraum notlanden. Das Flugzeug wurde schwer beschädigt. „Die Besatzung hatte Glück, dass das Feuer rechtzeitig entdeckt wurde“, sagte ein Ermittler der südkoreanischen Flugunfalluntersuchungsbehörde. „Hätte es sich unbemerkt ausgebreitet, wäre die Katastrophe kaum zu verhindern gewesen.“

Reaktionen der Passagiere und Industrie

Die neuen Verbote stoßen bei Reisenden auf gemischte Reaktionen. Viele Urlauber sind verunsichert, da Powerbanks für Smartphones, Tablets und Laptops unverzichtbar geworden sind. „Ich verstehe die Sicherheitsbedenken, aber ohne Powerbank komme ich auf Langstreckenflügen nicht aus“, sagt die Vielfliegerin Anna Müller aus Frankfurt. Die Industrie arbeitet an sichereren Alternativen, etwa Festkörperbatterien, die weniger brandanfällig sind. Bis diese jedoch marktreif sind, dürften noch Jahre vergehen.

Die Lufthansa Group hat Schulungen für das Kabinenpersonal intensiviert. „Unsere Crews werden darin geschult, Brände von Lithium-Ionen-Akkus schnell zu erkennen und zu bekämpfen“, so Sicherheitsberater Bürkle. Dazu gehören spezielle Löschdecken und hitzebeständige Behälter, in die brennende Akkus gelegt werden können.

Fazit und Ausblick

Die Flugsicherheit steht vor einer neuen Herausforderung. Während die Zahl der mitgeführten elektronischen Geräte steigt, wächst auch das Risiko durch deren Akkus. Die neuen Verbote und Regeln sind ein Versuch, die Gefahr zu minimieren. Experten fordern jedoch langfristig eine technische Lösung. „Die Luftfahrtindustrie muss gemeinsam mit den Batterieherstellern an sichereren Produkten arbeiten“, sagt Bürkle. „Bis dahin werden wir nicht umhin kommen, strenge Regeln durchzusetzen.“

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