Parasit Cyclospora: Explosionsartiger Durchfall in 31 US-Bundesstaaten
Cyclospora: Explosionsartiger Durchfall in 31 US-Staaten

In den Vereinigten Staaten sorgt der mikroskopisch kleine Parasit Cyclospora cayetanensis derzeit für eine alarmierende Zunahme von Darmerkrankungen. Allein aus dem Bundesstaat Michigan wurden der Gesundheitsbehörde zufolge mehr als 1.500 Infektionen gemeldet – ein drastischer Anstieg im Vergleich zu den üblichen etwa 50 Fällen pro Jahr. Insgesamt verzeichnen die Behörden aus 31 der 50 Bundesstaaten Meldungen über den Erreger, der heftigen, explosionsartigen Durchfall verursachen kann.

Übertragung und Symptome

Cyclospora cayetanensis wird in der Regel nicht direkt von Mensch zu Mensch übertragen, sondern gelangt über mit Fäkalien kontaminierte Lebensmittel oder Wasser in den Körper. Die US-Gesundheitsbehörde CDC (Centers for Disease Control and Prevention) untersucht gemeinsam mit der Lebensmittel- und Arzneimittelbehörde FDA die „alarmierende Häufung“ der Fälle. Der Parasit befällt den Dünndarm und führt zu wässrigem Durchfall, der häufig und teilweise explosionsartig auftritt. Unbehandelt kann die Erkrankung zwischen wenigen Tagen und mehr als einem Monat andauern.

Die CDC warnt, dass die Infektion zwar in der Regel nicht tödlich verläuft, jedoch schnell zu Dehydrierung führen kann. Zum Nachweis des Parasiten sind mehrere Stuhlproben erforderlich.

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Ausbruchsschwerpunkt Michigan und weitere Bundesstaaten

Epidemiologin Caitlin Rivers vom Johns Hopkins Center for Health Security hatte kürzlich in einem Newsletter vor dem Parasiten gewarnt. Sie betonte, dass der Ausbruch seinen Schwerpunkt in Michigan habe, sich aber bereits auf viele weitere Bundesstaaten ausgeweitet habe. Während in Michigan die Fallzahlen weit über dem Durchschnitt liegen, gab die Gesundheitsbehörde des Bundesstaats New York bekannt, dass dort seit dem 1. Mai 470 Fälle registriert wurden – dies entspreche jedoch keinen deutlichen Abweichungen von den für die Jahreszeit typischen Zahlen.

Cyclospora-Ausbrüche treten vor allem im Sommer auf und werden mit dem Verzehr von frischem Obst und Gemüse in Verbindung gebracht. Dazu gehören Himbeeren, Brombeeren, Erdbeeren, Heidelbeeren, Basilikum, Koriander, Zuckererbsen, Zuckerschoten, zubereitetes Gemüse und verschiedene Salate.

Herausforderungen bei der Rückverfolgung

Die Behörden gehen laut einem CNN-Bericht davon aus, dass Verunreinigungen in Restaurants, bei einer Supermarktkette und bei einer Catering-Veranstaltung die Krankheitsfälle verursacht haben. Die genaue Quelle des aktuellen Ausbruchs und ob die Fälle miteinander zusammenhängen, ist jedoch noch ungeklärt. Die Rückverfolgung wird durch die komplexe Natur des Erregers erschwert.

Der Gesundheitsexperte Max Teplitski, der im Auftrag der FDA mehrere Ausbrüche in den vergangenen Jahren untersucht hat, erklärte gegenüber CNN: „Cyclospora ist eine seltsame Sache.“ Während andere Krankheitserreger wie E. coli oder Salmonellen durch Genvergleiche gut zu identifizieren seien, seien die Cyclospora-Parasiten ungleich komplexer. In jeder neuen Generation des Parasiten fänden sich neue Genmuster, was es schwer mache, einen Stammbaum des Erregers zu erstellen.

Die Parasiten werden im Stuhl als Oozysten ausgeschieden – dickwandige Sporen, die für längere Zeit außerhalb ihres Wirts überleben können. Frisch im Stuhl sind sie nicht infektiös, eine direkte Übertragung von Mensch zu Mensch ist daher selten. Sind Nahrungsmittel jedoch kontaminiert, können die Parasiten in den Dünndarm eindringen und die Erkrankung auslösen.

Die CDC rechnet damit, dass es noch lange dauern wird, die Ursprünge der Infektionskette vollständig aufzuklären.

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