E-Scooter-Unfälle 2025: Tote steigen um 40 Prozent, Forderungen nach Helmpflicht
E-Scooter-Unfälle 2025: Tote +40 %, Helmpflicht gefordert

Die Zahl der Todesopfer bei E-Scooter-Unfällen in Deutschland ist im Jahr 2025 um mehr als 40 Prozent gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, kamen 38 Menschen ums Leben, nach 27 Toten im Vorjahr. Insgesamt registrierte die Polizei rund 16.500 E-Scooter-Unfälle mit Personenschaden – ein Anstieg um etwa 38 Prozent gegenüber 2024. Rund 1900 Menschen wurden schwer verletzt, etwa 16.200 erlitten leichte Verletzungen.

Großstädte besonders betroffen

Die Unfälle konzentrieren sich auf Großstädte: 49,1 Prozent der Crashs mit Personenschaden ereigneten sich in Städten mit mindestens 100.000 Einwohnern, 27,8 Prozent in Städten ab einer halben Million Einwohner. Der TÜV-Verband forderte angesichts der Zahlen höhere Bußgelder und strengere Haftungsregelungen. Zudem sollten E-Scooter fester Bestandteil der Verkehrserziehung werden. Fahrsicherheitstrainings ähnlich der Radfahrausbildung in der Schulzeit könnten insbesondere jungen Menschen helfen, Risiken besser einzuschätzen.

Junge Fahrer überproportional betroffen

Laut Statistischem Bundesamt waren gut vier von fünf Verunglückten selbst mit dem E-Scooter unterwegs, 822 waren Mitfahrer (Vorjahr: 508). Dabei gilt: Laut Straßenverkehrsordnung sind E-Scooter nur für eine Person vorgesehen. 53,6 Prozent der Verunglückten waren jünger als 25 Jahre, 83,7 Prozent unter 45 Jahre. Nur 3,1 Prozent gehörten zur Altersgruppe ab 65 Jahren.

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Kinderchirurgen fordern Helmpflicht

Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendchirurgie (DGKJCH) sprach sich für eine Helmpflicht und gezielte Fahrtrainings aus. „Was als flexibler und angesagter Freizeitspaß oder schnelle und bequeme Option für die Schulfahrt gilt, endet für viele Kinder und Jugendliche im Krankenhaus“, erklärte die Fachgesellschaft. Obwohl das Fahren erst ab 14 Jahren erlaubt ist, verunglückten 500 bis 600 jüngere Kinder – rund 38 Prozent der jugendlichen Unfälle. DGKJCH-Pressesprecher Joachim Suß, Chefarzt für Kinderchirurgie am Kinderkrankenhaus Wilhelmstift in Hamburg, erklärte: „Entgegen der Wahrnehmung als harmloses Spielzeug haben E-Scooter in der Kinder- und Jugendchirurgie das Trampolin als häufigste Ursache für schwere Freizeitverletzungen abgelöst.“

Häufige Unfallursachen: Alkohol, falsche Fahrbahn, Alleinunfälle

In 21,6 Prozent der Fälle nutzten Fahrer die Fahrbahn oder den Gehweg nicht vorschriftsmäßig. In 10,9 Prozent spielte Alkohol eine Rolle. Überhöhtes Tempo war in 8,4 Prozent der Fälle ursächlich, Fehler beim Abbiegen oder Wenden in 7,5 Prozent. In 30,5 Prozent der Unfälle waren die Fahrer allein unterwegs – fast die Hälfte der Todesopfer (16 von 33) und gut ein Drittel der Verletzten entfielen auf Alleinunfälle. In 67,4 Prozent der Fälle mit Personenschaden war ein weiteres Fahrzeug beteiligt, meist ein Auto. Kollisionen mit Pkw machten 50,5 Prozent der verletzten E-Scooter-Fahrenden aus, sechs Menschen starben dabei.

Anteil am Unfallgeschehen steigt

Gemessen am gesamten Verkehrsgeschehen spielen E-Scooter-Unfälle eine eher kleine Rolle: 2025 gab es 297.364 Verkehrsunfälle mit Personenschaden, in 5,5 Prozent war ein E-Scooter beteiligt (2024: 4,1 Prozent). Nicht erfasst sind Unfälle durch unachtsam abgestellte E-Scooter, wie das Bundesamt betont.

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