ADAC-Test: Hessische Rastplätze bundesweit Schlusslicht bei Sauberkeit
Hessische Rastplätze im ADAC-Test am schlechtesten

Wer auf der Fahrt in den Urlaub eine Toilette sucht, hat in Hessen besonders schlechte Karten. Der ADAC hat bundesweit 50 unbewirtschaftete Rastplätze mit Sanitäranlagen getestet – und die hessischen Anlagen bilden das Schlusslicht. Teilweise fielen die Bewertungen schlechter aus als bei der letzten Stichprobe vor vier Jahren.

Rastanlage „Am Stadtwald“ an der A3 ist das bundesweite Schlusslicht

Laut ADAC belegt die Rastanlage „Am Stadtwald“ an der hochbelasteten Autobahn A3 im Frankfurter Raum den letzten Platz unter allen getesteten Anlagen. „Wer hier auf Toilette möchte, muss weiterfahren oder gleich die Botanik aufsuchen. Bereits vor vier Jahren war das WC-Häuschen geschlossen, mittlerweile gibt es dort nicht mal mehr mobile Toiletten“, teilt der ADAC mit. Der Gesamtzustand sei stark verdreckt, Mülltonnen quollen je nach Wochentag über. Ende Juni wurde sogar benutztes Spritzbesteck auf dem Gehweg gefunden.

Weitere hessische Rastplätze mit gravierenden Mängeln

Auch andere hessische Anlagen schnitten kaum besser ab. Die Anlage „Nadelöhr“ an der A4 Bad Hersfeld-Eisenach landete bundesweit auf Platz 48 von 50. Hier sind die Grünflächen verschmutzt und die Behinderten-Toilette ohne Ankündigung auf der Autobahn gesperrt. Die Raststätte „Brühlgraben“ an der A5 Frankfurt-Darmstadt belegte Platz 46 von 50. Auf der Herren-Toilette beanstandet der ADAC erkennbare Sauberkeitsmängel, es gibt keine Behindertenparkplätze und die Grünflächen sind verschmutzt. Aktuell ist der Rastplatz gesperrt. Die Raststätte „Am Pommer“ an der A7 Kassel-Fulda rangiert auf Platz 44 von 50, unter anderem wegen Sauberkeitsmängeln in den Unisex-Toiletten und schlechter Beleuchtung.

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„Das Grundbedürfnis nach sauberen und funktionierenden Rastplätzen mit WC wird an den getesteten Anlagen kaum erfüllt“, sagt ADAC-Verkehrsexperte Wolfgang Herda. Er fordert die Autobahn GmbH als Betreiber auf, die Rastplätze stärker ins Visier zu nehmen – entweder durch Modernisierung oder eine Erhöhung der Reinigungsintervalle.

Bundesweit fast die Hälfte mangelhaft oder sehr mangelhaft

Bundesweit vergab der Verkehrsclub bei fast der Hälfte (46 Prozent) der 50 getesteten Anlagen die Note mangelhaft oder sehr mangelhaft. Gut war nicht einmal jeder fünfte (18 Prozent), sehr gut kein einziger Rastplatz. Vor allem die Toilettenanlagen zogen die Bewertung nach unten: In fast zwei Drittel der Fälle gab es ein mangelhaft oder sehr mangelhaft. Teilweise waren die Toiletten gesperrt, fehlte Toilettenpapier, Seifenspender oder funktionierten Handtrockner nicht. Die Sauberkeit ließ vielfach zu wünschen übrig. Bundesweit bestehe eine klare Abwärtstendenz.

Bessere Noten in anderen Kategorien

Doch nicht überall schneiden die Anlagen schlecht ab: In der Kategorie Verkehr und Parken gibt es im Schnitt die Note gut. Die Außenanlagen erreichten laut ADAC ein „mittleres Niveau“. Eher schwach schnitten viele Rastplätze auch beim Thema persönliche Sicherheit ab. Oft sind die Nutzer an Mängeln schuld: Auf fast allen Rastplätzen (96 Prozent) fanden die Tester unterschiedliche Formen von Vandalismus.

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