Oberhausen (NRW) – Der Non-Food-Discounter Kodi hat erneut Insolvenz angemeldet. Dieses Mal sollen rund 50 der aktuell 150 Filialen geschlossen werden. Das Unternehmen stellte beim Amtsgericht Halle (Saale) einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung. Ziel ist es, den Fortbestand der Kette zu sichern.
Hintergrund der erneuten Insolvenz
Bereits 2024 hatte Kodi ein Schutzschirmverfahren beantragt. Damals schrumpfte das Filialnetz von rund 240 auf 150 Standorte, mehr als 500 Beschäftigte verloren ihren Arbeitsplatz. Erst im Februar dieses Jahres übernahm die Muttergesellschaft den Non-Food-Discounter Mäc Geiz, der im Mai ebenfalls einen Insolvenzantrag in Eigenverwaltung stellte.
Kodi beschäftigt nach eigenen Angaben rund 1200 Menschen. Welche Standorte mit wie vielen Beschäftigten von den Schließungen betroffen sind, steht bisher noch nicht fest, so die Antwort des Unternehmens auf eine Anfrage von BILD.
Aussagen der Geschäftsführung
Kodi-Geschäftsführer Fabian Grund äußerte sich in einer Pressemitteilung: „Die Ausgangslage ist allerdings nicht einfach – das müssen wir ganz offen sagen.“ Er verwies auf die schwierigen Bedingungen im deutschen Einzelhandel. „Wir konnten unser vorangegangenes Sanierungsverfahren erfolgreich abschließen und den Geschäftsbetrieb stabilisieren“, erklärte er. Doch: „In den vergangenen Monaten haben sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in einer Dynamik und Intensität verschärft, die zum damaligen Zeitpunkt nicht absehbar waren und unsere Situation erneut erheblich belasten.“
Ursachen der Krise
Neben einer unverändert schwachen Konsumstimmung belastet insbesondere der zunehmende Wettbewerbsdruck durch Online-Händler die Kette. Dazu kommen hohe Kosten für Energie, steigende Lohnnebenkosten und teure Mieten.
Auswirkungen auf Kunden und Mitarbeiter
Für Kunden soll sich trotz Insolvenz zunächst nichts ändern. Der Geschäftsbetrieb wird nach Angaben des Unternehmens an allen Standorten ohne Einschränkungen fortgeführt. Auch die Gehälter der Beschäftigten sind zunächst gesichert. Bis September 2026 greift das Insolvenzgeld.
Die erneute Pleite von Kodi zeigt die anhaltende Krise im deutschen Einzelhandel. Bereits im Mai hatte der Mitbewerber Mäc Geiz Insolvenz angemeldet, der ebenfalls zur Muttergesellschaft von Kodi gehört.



