Meersalz im Faktencheck: Ist es wirklich gesünder als normales Salz?
Meersalz wird häufig als die gesündere Alternative zu herkömmlichem Speisesalz beworben. Doch ein genauer Blick auf die Inhaltsstoffe und die Gewinnung zeigt: Die Unterschiede sind geringer als gedacht. Wir haben die Fakten für Sie zusammengestellt.
Steinsalz oder Meersalz – Der Unterschied liegt in der Gewinnung
Rund 70 Prozent des weltweit produzierten Salzes ist Steinsalz. Es stammt aus Ablagerungen urzeitlicher Meere und wird tief unter der Erde abgebaut. Meersalz hingegen entsteht durch die Verdunstung von Meerwasser in flachen Becken. Der Hauptunterschied liegt also in der Art der Gewinnung, nicht in der chemischen Zusammensetzung.
Beide Salzarten bestehen zu etwa 98 Prozent aus Natriumchlorid. Meersalz enthält zwar geringfügig mehr Mineralstoffe wie Magnesium und Calcium, doch die Mengen sind so gering, dass sie gesundheitlich keine Rolle spielen. Der tägliche Calcium-Bedarf liegt bei etwa 1000 Milligramm – Salz wird aber nur in kleinen Portionen verzehrt. Als Mineralstoffquelle taugt es daher nicht.
Jodgehalt: Meersalz ist nicht automatisch jodreich
Ein verbreiteter Mythos ist, dass Meersalz besonders viel Jod enthalte. Tatsächlich hat es von Natur aus keinen nennenswerten Jodgehalt. Wer auf eine ausreichende Jodzufuhr achten möchte, sollte gezielt zu jodiertem Speisesalz greifen – unabhängig davon, ob es sich um Meersalz oder Steinsalz handelt. Das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat warnt: 32 Prozent der Erwachsenen und 44 Prozent der Kinder und Jugendlichen in Deutschland haben ein erhöhtes Risiko für eine Jodunterversorgung.
Jod ist ein lebensnotwendiges Spurenelement, das die Schilddrüse für die Hormonproduktion benötigt. Besonders bei Kindern ist Jod entscheidend für Wachstum, Knochenreifung und die Gehirnentwicklung. Daher empfiehlt es sich, beim Salzen jodiertes Speisesalz zu verwenden.
Salzkonsum in Deutschland: Zu viel des Guten
Ein weiteres Problem: Die Deutschen nehmen insgesamt zu viel Salz zu sich. Frauen konsumieren durchschnittlich 8,4 Gramm pro Tag, Männer sogar zehn Gramm. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt jedoch maximal sechs Gramm täglich, um Bluthochdruck vorzubeugen. Die Devise lautet daher: Weniger Salz, und wenn, dann jodiertes. Zusätzlich können Algen und Seefisch die Jodzufuhr unterstützen.
Fazit: Meersalz ist nicht gesünder als normales Steinsalz. Der entscheidende Faktor ist der Jodgehalt – und der findet sich nur in jodiertem Salz. Achten Sie also beim Kauf auf die Kennzeichnung „jodiertes Speisesalz“ und reduzieren Sie insgesamt Ihren Salzkonsum.



