Saarland: Pflegeheim-Eigenanteil steigt auf 3.695 Euro – zweithöchster Wert bundesweit
Saarland: Pflegeheim-Eigenanteil steigt auf 3.695 Euro

Bewohner saarländischer Pflegeheime müssen ab dem 1. Juli 2026 erneut tiefer in die Tasche greifen. Der durchschnittliche Eigenanteil im ersten Jahr des Heimaufenthalts beträgt nun 3.695 Euro monatlich. Das sind 94 Euro mehr als zu Jahresbeginn und 293 Euro mehr als vor einem Jahr, wie eine Auswertung des Verbands der Ersatzkassen (vdek) ergab, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Zusammensetzung des Eigenanteils

Die Summe setzt sich aus mehreren Komponenten zusammen: einem Eigenanteil für die reine Pflege und Betreuung, da die Pflegeversicherung nur einen Teil dieser Kosten übernimmt, sowie Zahlungen für Unterkunft und Verpflegung, Investitionen in den Einrichtungen und Umlagen für Ausbildungskosten. Der vdek, zu dem unter anderem die Techniker Krankenkasse, die Barmer und die DAK-Gesundheit gehören, wertet dafür Vergütungsvereinbarungen der Pflegekassen mit Heimen in allen Bundesländern aus.

Saarland liegt deutlich über dem Bundesschnitt

Im Bundesdurchschnitt beträgt der Eigenanteil zum 1. Juli 3.364 Euro – das Saarland liegt mit 3.695 Euro also 331 Euro darüber. Die Spannweite zwischen den Ländern ist groß: Am höchsten ist die monatliche Belastung im ersten Heimjahr in Bremen mit durchschnittlich 3.761 Euro, das Saarland folgt auf Platz zwei. Am günstigsten ist Sachsen-Anhalt mit 2.891 Euro.

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Entlastungszuschläge mindern die Belastung

Die tatsächliche Belastung hängt von der Aufenthaltsdauer ab, da die Pflegekassen gestaffelte Entlastungszuschläge gewähren. Der Eigenanteil für die reine Pflege sinkt im ersten Jahr um 15 Prozent, im zweiten um 30 Prozent, im dritten um 50 Prozent und ab dem vierten Jahr um 75 Prozent. Trotz des höchsten Zuschlags steigt die Gesamtbelastung im Saarland ab dem vierten Jahr nun auf durchschnittlich 2.389 Euro – 158 Euro mehr als zum 1. Juli 2025.

Die steigenden Kosten belasten Pflegebedürftige und ihre Angehörigen zunehmend. „Die Eigenanteile steigen kontinuierlich und übersteigen in vielen Fällen die finanziellen Möglichkeiten der Betroffenen“, warnt der vdek. Politische Diskussionen über eine Reform der Pflegefinanzierung halten an.

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