Tabaksteuer: Zigaretten werden teurer als geplant – Preise im Vergleich
Tabaksteuer: Zigaretten teurer als geplant

Die schwarz-rote Bundesregierung plant, die Tabaksteuer in Deutschland stärker anzuheben als ursprünglich vorgesehen. Das Kabinett hatte sich bereits auf schrittweise Preiserhöhungen geeinigt, doch auf Druck der Koalitionsfraktionen sollen die Preise nun noch deutlicher steigen. Laut Berechnungen würde eine 20er-Packung Filterzigaretten im Jahr 2030 rund 11,78 Euro kosten – 42 Cent mehr als nach den bisherigen Plänen von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD).

Hintergrund der Steueranpassung

Die geplante Erhöhung der Tabaksteuer ist Teil einer umfassenderen Strategie, das Rauchen in Deutschland unattraktiver zu machen und die Gesundheitskosten zu senken. Nach Angaben des Bundesfinanzministeriums sollen die Steuersätze für Tabakwaren schrittweise bis 2030 angehoben werden. Die Koalitionsfraktionen drängen jedoch auf eine schnellere und stärkere Anhebung, um die gewünschte Wirkung zu erzielen. Krebsforscher unterstützen die Pläne: „Jede Preiserhöhung führt nachweislich zu einem Rückgang des Tabakkonsums, insbesondere bei Jugendlichen“, erklärt Dr. Martina Pötschke-Langer vom Deutschen Krebsforschungszentrum.

Preissteigerung im Detail

Bisher war vorgesehen, dass eine Schachtel Zigaretten bis 2030 auf etwa 11,36 Euro steigt. Mit der neuen Anpassung würde der Preis auf 11,78 Euro klettern. Die Differenz von 42 Cent mag gering erscheinen, doch summiert sich die Belastung für Raucher über die Jahre. Ein durchschnittlicher Raucher, der täglich eine Schachtel konsumiert, würde ab 2030 jährlich rund 153 Euro mehr ausgeben als nach dem alten Plan. Die Tabakindustrie kritisiert die Erhöhung hingegen als überzogen und warnt vor einem Anstieg des Schwarzmarkts.

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Internationaler Vergleich: Deutschland im Mittelfeld

Im europäischen Vergleich liegen die deutschen Zigarettenpreise weiterhin im Mittelfeld. Länder wie Irland, Frankreich oder Großbritannien haben bereits deutlich höhere Preise durchgesetzt. In Irland kostet eine Packung Zigaretten derzeit rund 14 Euro, in Frankreich etwa 12 Euro. In Australien, das eine der strengsten Tabaksteuerpolitiken weltweit verfolgt, liegt der Preis bei umgerechnet über 20 Euro. „Deutschland hinkt hinterher, aber die geplanten Erhöhungen gehen in die richtige Richtung“, so Pötschke-Langer. Andere Länder wie Bulgarien oder Rumänien haben mit Preisen unter 5 Euro noch deutlich niedrigere Steuern.

Auswirkungen auf den Konsum

Studien zeigen, dass Preiserhöhungen zu einem messbaren Rückgang des Tabakkonsums führen. Nach Schätzungen des Deutschen Krebsforschungszentrums könnte die geplante Steuererhöhung dazu beitragen, dass bis 2030 rund 200.000 Menschen mit dem Rauchen aufhören. Besonders stark ist der Effekt bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die empfindlicher auf Preisanstiege reagieren. Die Bundesregierung erhofft sich zudem zusätzliche Steuereinnahmen in Milliardenhöhe, die in die Prävention und das Gesundheitssystem fließen sollen.

Kritik und Gegenwind

Die Tabakindustrie und einige Wirtschaftsverbände lehnen die Pläne ab. Sie argumentieren, dass hohe Steuern zu einem Boom des illegalen Handels führen und legale Händler benachteiligen. Ein Sprecher des Deutschen Zigarettenverbands erklärte: „Die Politik schießt übers Ziel hinaus. Die geplanten Erhöhungen werden vor allem Geringverdiener treffen und den Schwarzmarkt befeuern.“ Die Bundesregierung verweist dagegen auf erfolgreiche Beispiele aus dem Ausland, wo hohe Tabaksteuern zu einem Rückgang des Konsums geführt haben, ohne dass der Schwarzmarkt übermäßig gewachsen sei.

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