Laut einem Bericht der „New York Times“ verbrachte der israelische Geheimdienst Mossad mehrere Jahre damit, den früheren iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad als möglichen Nachfolger des Obersten Führers Ajatollah Ali Chamenei zu positionieren. Nach Angaben US-amerikanischer Regierungsbeamter zahlte Israel heimlich Geld für Unterkünfte und Reisekosten. Israelische Agenten trafen sich mehrfach im Ausland mit Ahmadinedschad, unter anderem in Budapest.
Klimakonferenz als Tarnung für geheime Gespräche
Die „New York Times“ berichtet, dass der Rektor einer Budapester Universität Anfang 2024 eine überraschende Anfrage von einem hochrangigen ungarischen Regierungsbeamten erhielt: Seine Universität solle eine Klimakonferenz veranstalten und Ahmadinedschad einladen. Die Konferenz diente als Vorwand für geheime Gespräche mit israelischen Geheimdienstmitarbeitern. Der Universitätsrektor erklärte: „Du hast zwei Feinde, und wenn diese Feinde miteinander reden wollen, dann tust du am besten alles, was in deiner Macht steht, damit sie miteinander reden.“
Mossad-Chef reiste persönlich nach Budapest
Das Anwerben Ahmadinedschads hatte für Israel so hohe Priorität, dass Mossad-Chef David Barnea 2024 selbst nach Budapest reiste, um sich mit Ahmadinedschad zu treffen. Kurz darauf informierte der Mossad die CIA über die Kontakte. Im Folgejahr gab es ein weiteres Treffen in Budapest. Bereits 2023 reiste Ahmadinedschad nach Guatemala zu einer Umweltkonferenz; Guatemala unterhält engere diplomatische Beziehungen zu Israel als die meisten lateinamerikanischen Länder.
Luftangriff und Rettungsaktion im Februar 2026
Die Bemühungen erreichten im Februar 2026 ihren Höhepunkt. Während der ersten Tage des US-israelischen Angriffs auf den Iran versuchten israelische Agenten, den Plan zur Installation Ahmadinedschads nach der Tötung Chameneis umzusetzen. Am 28. Februar traf ein israelischer Luftangriff Ahmadinedschads Anwesen in Teheran, wo er unter strenger Bewachung des Regimes lebte. Getroffen wurden das Gebäude seiner Leibwächter und sein gepanzertes Fahrzeug. Vier hochrangige iranische Beamte berichten, dass ein schwarzer Peugeot Ahmadinedschad abholte und mit hoher Geschwindigkeit aus dem Chaos brachte. Mossad-Agenten fuhren ihn zu einem geheimen Unterschlupf.
Ahmadinedschad verließ Safe House – Hausarrest durch Revolutionsgarden
Ahmadinedschad war jedoch verärgert über die hektische Rettungsaktion und hatte wenig Vertrauen in den israelischen Plan. Er verließ das „Safe House“ unter unklaren Umständen. Am vergangenen Montag wurde er kurz bei der Trauerprozession für den getöteten Ajatollah gesehen. Vier hochrangige iranische Regierungsbeamte sagten der Zeitung, dass Ahmadinedschad in Gewahrsam des Geheimdienstes der iranischen Revolutionsgarde sei und unter Hausarrest stehe, nachdem der Iran von seinen Kontakten zu Israel erfahren habe. Der Mossad reagierte nicht auf eine Anfrage zu den Enthüllungen.



