Lebenslange Haft für IS-Mann: Völkermord an Jesiden in München
Lebenslange Haft für IS-Mann wegen Völkermords an Jesiden

Das Oberlandesgericht München hat ein irakisches Ehepaar wegen Völkermordes, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit verurteilt. Der 32-jährige Mann erhielt eine lebenslange Freiheitsstrafe, seine 30-jährige Frau eine Jugendstrafe von neuneinhalb Jahren. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die beiden zwei jesidische Mädchen im Irak als Sklavinnen kauften, ausbeuteten und der Mann die Kinder sexuell missbrauchte.

Monströse Gewalt im Namen des IS

Die Vertreterin des Generalbundesanwalts sprach in ihrem Plädoyer von „monströser Gewalt“, die „so fern jeglicher Menschlichkeit liegt, dass sie unwirklich erscheint“. Alles habe dem Ziel des Islamischen Staates (IS) gedient, den jesidischen Glauben zu vernichten. Der Mann, der vor seiner Radikalisierung in einer Münchner Moschee als Friseur arbeitete, war Mitglied der Terrorvereinigung IS. Seine Frau bekannte sich schuldig und sagte in ihrem letzten Wort: „Es tut mir leid.“ Ihr Ehemann äußerte sich vor Gericht nicht.

Urteil nach mehr als einem Jahr Prozess

Der Prozess am OLG München dauerte über ein Jahr. Die Anklage umfasste Völkermord, Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit sowie Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung. Das Gericht folgte weitgehend den Anträgen der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung hatte auf mildere Strafen plädiert. Mit dem Urteil wird ein weiteres Kapitel der Aufarbeitung von IS-Verbrechen an der jesidischen Minderheit geschlossen.

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