Iran meldet Tote bei neuen US-Angriffen: Ölpreise steigen deutlich
Iran meldet Tote bei neuen US-Angriffen

Bei einer erneuten US-Angriffswelle auf den Iran sind nach Angaben iranischer Staatsmedien zwei Menschen getötet und mehrere verletzt worden. Die Ölpreise stiegen am Montag kräftig, nachdem die USA die vierte Angriffswelle seit Wiederaufflammen der Feindseligkeiten in der vergangenen Woche durchgeführt hatten. Ein Barrel der Referenzsorte Brent zur Lieferung im September legte um 4,46 Prozent auf 79,40 Dollar zu.

US-Militär: Angriffswelle auf Dutzende Ziele beendet

Das US-Regionalkommando Centcom erklärte auf der Plattform X, die jüngste Angriffswelle sei beendet und habe Dutzende Zielobjekte mit Präzisionsmunition getroffen. Ziel sei es gewesen, die iranischen Fähigkeiten zur Behinderung der Handelsschifffahrt in der Straße von Hormus einzuschränken. Die Straße von Hormus werde nicht vom Iran kontrolliert, betonte Centcom. Die USA stünden bereit, die Freiheit des zivilen Schiffsverkehrs zu verteidigen.

Iranische Revolutionsgarden schlagen zurück

Die iranischen Revolutionsgarden griffen nach eigenen Angaben US-Militärziele in Jordanien, Kuwait und Bahrain an. Laut Staatsmedien trafen sie einen Luftwaffenstützpunkt in Jordanien, ein US-Drohnenkommandozentrum in Bahrain und Stützpunkte in Kuwait. Der Iran hatte am Sonntag die Schließung der Straße von Hormus „bis auf Weiteres“ verkündet. Kuwait meldete zudem den Beschuss einer Offshore-Bohrplattform.

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Wadephul fordert direkte Verhandlungen

Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) forderte die USA und den Iran zu direkten Verhandlungen auf. Beide Seiten müssten „jetzt sehr schnell an den Verhandlungstisch zurückkehren“, sagte Wadephul am Rande eines EU-Außenministertreffens in Brüssel. Er forderte den Iran auf, die Angriffe in der Straße von Hormus zu stoppen. „Jeder Angriff ist ungerechtfertigt“, so Wadephul. „Diese Welt braucht endlich eine frei passierbare Straße von Hormus.“

Iran sieht sich nicht mehr an Rahmenabkommen gebunden

Der Iran erklärte, bei Verstößen der USA gegen das Mitte Juni geschlossene Rahmenabkommen nicht mehr an die Vereinbarung gebunden zu sein. „Jedes Mal, wenn die andere Seite ihren Verpflichtungen nicht nachgekommen ist, haben wir unsere ebenfalls nicht eingehalten“, sagte Außenamtssprecher Esmaeil Bakaei in Teheran. „Wir werden weiterhin so vorgehen“, warnte er.

Sicherheitspolitiker warnen vor iranischen Anschlägen in Deutschland

Nach der Veröffentlichung einer iranischen „Vergeltungsliste“ mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) warnen Sicherheitspolitiker vor Anschlägen. CDU-Politiker Roderich Kiesewetter sagte dem „Handelsblatt“, das Risiko sei groß, dass iranische Dienste und ihre Netzwerke auch in Deutschland Anschläge verüben. Grünen-Fraktionsvize Konstantin von Notz sprach von einer neuen Qualität der Bedrohung. Die Liste sei mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht ohne Billigung des Regimes erfolgt.

Nouripour befürchtet monatelange Angriffe

Bundestagsvizepräsident Omid Nouripour (Grüne) rechnet mit einer langanhaltenden Eskalation. „Das kann gut sein, dass die Auseinandersetzungsart, wie wir sie gerade vorfinden, einfach permanent so weitergeht“, sagte er im Deutschlandfunk. Es werde schwer sein, an den Verhandlungstisch zurückzukehren, auch weil die iranische Seite großen Druck habe. Nouripour warnte vor falschen Informationen und kritisierte US-Präsident Donald Trump, der die Straße von Hormus fälschlich als offen bezeichnet habe.

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