Wellnessgetränke im Test: Vitaminwasser oft ohne Gesundheitsnutzen
Wellnessgetränke im Test: Vitaminwasser ohne Nutzen

Wasser mit Vitaminen und Fruchtgeschmack ist im Trend, doch die gesundheitlichen Versprechen halten oft nicht, was sie versprechen. Das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) und die Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt warnen vor überzogenen Erwartungen.

Geringe Mengen an Pflanzenextrakten

Viele Wellnesswässer werben mit Extrakten aus Zitronengras, Sanddorn, Ingwer oder Guarana. Laut BZfE sind diese jedoch meist nur in geringen Mengen enthalten und dienen eher der Farbe als dem Geschmack. Der Geschmack werde stattdessen mit Aromen oder Süßungsmitteln verstärkt. Einen gesundheitlichen Vorteil durch die zugesetzten Pflanzenextrakte, Vitamine und Mineralstoffe sollten Verbraucher nicht erwarten.

Vitaminzusätze oft überdosiert

Die Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt untersuchte im Mai 2026 insgesamt 35 Vitaminwässer. Häufig zugesetzt waren Pantothensäure (Vitamin B5), Niacin (B3), Pyridoxin (B6) und Biotin (B7). Bei zwölf Produkten überschritt bereits eine Flasche die empfohlene Tageszufuhr einzelner Vitamine. „Ein gesundheitlicher Mehrwert über die normalen Körperfunktionen hinaus ist dadurch jedoch nicht zu erwarten“, so die Verbraucherschützer. Überschüssige wasserlösliche Vitamine werden einfach ausgeschieden.

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Das BZfE betont, dass eine ungezielte Aufnahme verschiedener Vitamine durch solche Getränke weder notwendig noch sinnvoll sei. Wer sich ausgewogen ernähre, sei in der Regel gut versorgt; bei nachgewiesenem Mangel seien gezielte Präparate besser.

Achtung vor Zucker und Süßungsmitteln

Ein Blick auf die Zutatenliste lohnt sich: Zucker, Fruchtzucker, Traubenzucker oder Honig machen das Getränk kalorienreicher. Als „kalorienarm“ dürfen sich Getränke mit maximal 20 kcal pro 100 Milliliter bezeichnen. Wässer mit Süßungsmitteln sind zwar kalorienärmer, aber Verbraucherschützer raten, sie nur in Maßen zu trinken, um die Gewöhnung an Süße zu vermeiden.

Selbstgemacht ist günstiger und gesünder

Wer Wasser pur langweilig findet, kann es selbst aufpeppen: Ein Schuss Frucht- oder Gemüsesaft, abgekühlter Früchte- oder Kräutertee, Ingwer, Zitrone oder Minze machen Wasser interessanter. Die DIY-Variante ist zudem deutlich günstiger als gekaufte Wellnesswässer, die im Handel teilweise über zwei Euro pro Liter kosten.

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