Schimmel in allen Räumen, eine defekte Heizung und jahrelange Geduld – drei Studenten aus dem Frankfurter Nordend haben es geschafft, 26.700 Euro Miete zurückzufordern. Nach einem langen Rechtsstreit können sich Lukas, Oliver und Leonard nun über eine fünfstellige Rückzahlung freuen. Im Interview erzählt einer der früheren Mitbewohner, wie die WG gegen die hohen Mietkosten vorging.
Der Weg zur Rückforderung
Die drei Studenten hatten von 2020 bis 2024 in einer WG im Frankfurter Nordend gewohnt. Die Miete war mit 1.800 Euro monatlich veranschlagt, doch die Wohnung wies erhebliche Mängel auf: Schimmel in sämtlichen Räumen und eine Heizung, die immer wieder ausfiel. Nach mehreren erfolglosen Aufforderungen an den Vermieter, die Mängel zu beheben, entschieden sich die Studenten, die Miete zu mindern und rückwirkend zu viel gezahlte Beträge einzufordern.
„Wir haben jeden Monat ein Protokoll geführt und Fotos gemacht“, berichtet Lukas. „Der Vermieter reagierte nicht auf unsere Beschwerden, also mussten wir rechtliche Schritte einleiten.“ Mit Unterstützung eines Mieterschutzvereins und eines Anwalts reichten sie Klage ein. Das Gericht gab ihnen recht: Die Miete sei aufgrund der Mängel um 30 Prozent zu hoch gewesen.
Die Rückzahlung
Insgesamt forderten die Studenten 26.700 Euro zurück – das entspricht der Differenz zwischen gezahlter und angemessener Miete über vier Jahre. Der Vermieter willigte schließlich in einen Vergleich ein, um einen längeren Prozess zu vermeiden.
„Wir sind erleichtert, dass es vorbei ist“, sagt Lukas. „Das Geld hilft uns sehr, vor allem nach den Studienjahren.“ Die Summe wurde unter den drei ehemaligen Mitbewohnern aufgeteilt. Sie raten anderen Mietern, sich bei Mängeln nicht scheuen, ihre Rechte geltend zu machen.
Tipps für Mieter
- Mängel sofort dokumentieren und schriftlich melden.
- Fristen setzen und bei Nichtbehebung Miete mindern.
- Rechtlichen Beistand suchen, z.B. über Mieterschutzvereine.
Der Fall zeigt, dass Mieter auch gegen hartnäckige Vermieter Erfolg haben können, wenn sie konsequent vorgehen.



