Fed-Zinsentscheid heute: Prognose, Uhrzeit und Livestream am 29. Juli 2026
Fed-Zinsentscheid heute: Prognose, Uhrzeit und Livestream

Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) gibt heute ihren Zinsentscheid bekannt. Fed-Chef Kevin Warsh wird um 20:00 Uhr deutscher Zeit das geldpolitische Statement veröffentlichen. Ab 20:30 Uhr folgt die Pressekonferenz, die über die offiziellen Kanäle der Fed live übertragen wird. Die Entscheidung fällt nach einer zweitägigen Sitzung am 28. und 29. Juli 2026.

Prognose: Mehrheit der Anleger erwartet Zinspause trotz hoher Unsicherheit

Die Erwartungen an den Zinsentscheid sind trotz einer ungewöhnlich hohen Unsicherheit relativ klar: Rund 70 Prozent der Anleger rechnen mit unveränderten Zinsen, während 30 Prozent eine Erhöhung erwarten. Diese Einschätzung teilt auch Marktanalyst Maximilian Wienke von der Tradingplattform Etoro. Er sagt: „So kurz vor einer Fed-Sitzung ist eine derart gespaltene Erwartungshaltung ungewöhnlich.“ Dies erhöhe das Risiko für Überraschungen und „entsprechend kräftige Marktreaktionen“, zumal die Anlegerstimmung ohnehin angeschlagen sei. Jörg Held, Anlageprofi beim Vermögensverwalter Ethenea Independent Investors, geht davon aus, dass die Fed den Leitzins zum vierten Mal in Folge in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent belässt.

Ölpreis und Inflation als entscheidende Faktoren

Die Inflationsentwicklung und insbesondere der Ölpreis werden maßgeblich über den weiteren Zinskurs entscheiden. Der Krieg im Nahen Osten hatte die Energiepreise zwischenzeitlich deutlich nach oben getrieben. „Genau deshalb dürfte die US-Notenbank noch stärker datenabhängig agieren und sich bewusst alle Optionen offenhalten“, erklärt Wienke. Jörg Held ergänzt: „Die Konjunkturdaten sprechen für Geduld, der Energiemarkt für Intervention.“ Steigende Energiepreise könnten die Inflation wieder anfachen und die Fed zwingen, länger an hohen Zinsen festzuhalten oder sogar erneut über eine Erhöhung nachzudenken. Auch Chengjun Chris Wu, Senior Portfolio Manager bei Federated Hermes, betont die Komplexität: „Angesichts widersprüchlicher Inflationssignale gestaltet sich der Entscheidungsprozess der US-Notenbank zunehmend komplex.“ Sollte die Inflation weiter sinken, könnte die Fed später über Zinssenkungen nachdenken; bliebe der Druck hoch, wären höhere Zinsen wieder denkbar.

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Ausblick für die Aktienmärkte und Bitcoin

Höhere Zinsen wirken sich grundsätzlich negativ auf Aktienmärkte aus, insbesondere auf hoch bewertete Technologieunternehmen. Wienke warnt zudem vor den Folgen dauerhaft hoher Ölpreise: „Der Dax ist aufgrund seiner Branchenstruktur deutlich anfälliger für einen solchen Schock als der US-Aktienmarkt.“ Auch die USA blieben nicht verschont. Für neue Rekordhochs benötigten die Märkte das Gefühl, dass die größten Risiken unter Kontrolle sind. Eine geopolitische Entspannung und fallende Ölpreise würden der Fed mehr Spielraum verschaffen. „Das muss jedoch nachhaltig sein“, betont Wienke. Auch Kryptowährungen wie Bitcoin reagieren auf die Geldpolitik: Hohe Zinsen machen sichere Anlagen attraktiver und bremsen spekulative Anlagen. Bleiben die Zinsen länger hoch, dürfte der Gegenwind bestehen bleiben; Aussichten auf niedrigere Zinsen könnten Bitcoin hingegen stützen.

Uneinigkeit über den weiteren Zinskurs

Die Prognosen für die Zeit nach der Juli-Sitzung gehen auseinander. Während der Markt derzeit mit einer Zinserhöhung im September rechnet, sieht Jörg Held sinkende Zinsen als Basisszenario: „Wir gehen weiterhin von sinkenden Zinsen aus. Eine Zinserhöhung in 2026 bleibt für uns nicht das Basisszenario.“ Fed-Chef Kevin Warsh hat sich bislang konkrete Aussagen zum weiteren Kurs vorbehalten, was Marktanalyst Wienke als bewusste Strategie wertet, um sich Handlungsspielraum zu erhalten. Die Spannung bleibt also auch nach der heutigen Entscheidung hoch.

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