Ein Feuer auf einem Balkon hat am Sonntag in Heidelberg einen Großeinsatz der Feuerwehr ausgelöst. Im Stadtteil Emmertsgrund, im Bereich der Emmertsgrundpassage, geriet ein Balkon eines Mehrfamilienhauses in Brand. Nach Angaben der Polizei breiteten sich die Flammen von dem Balkon auf die angrenzende Wohnung, weitere Balkone und Teile der Fassade aus. Die genaue Brandursache ist noch unklar, doch nach ersten Erkenntnissen könnte ein technischer Defekt das Feuer ausgelöst haben. Der entstandene Sachschaden wird auf rund 300.000 Euro geschätzt.
Die Feuerwehr wurde am Nachmittag alarmiert. Als die Einsatzkräfte an der Einsatzstelle eintrafen, war bereits eine massive Rauchentwicklung sichtbar, die schon von Weitem zu erkennen war. Insgesamt waren rund 60 Feuerwehrleute im Einsatz, um das Feuer zu bekämpfen. Die Löscharbeiten gestalteten sich aufwendig: Während einige Trupps von außen mit Wasserstrahlen gegen die Flammen vorgingen, drangen andere Atemschutztrupps in das Gebäude ein, um den Brand von innen zu bekämpfen. Erst am Abend konnte die Feuerwehr melden, dass der Brand gelöscht war.
Sechs Wohnungen unbewohnbar: Bewohner in Ersatzunterkünften
Die Folgen des Brandes sind erheblich. Gleich sechs Wohnungen in dem betroffenen Haus sind nach Angaben der Polizei vorerst nicht mehr bewohnbar. Die Bewohner dieser Wohnungen wurden umgehend in Ersatzwohnungen untergebracht. Zwei Personen wurden durch das Einatmen von Rauchgas leicht verletzt. Glücklicherweise war eine medizinische Behandlung vor Ort ausreichend. „Eine medizinische Behandlung vor Ort war jedoch glücklicherweise ausreichend", schrieb die Polizei in ihrer Mitteilung. Ein Transport ins Krankenhaus war demnach nicht erforderlich.
Ob die übrigen Bewohner des Hauses in ihren Wohnungen bleiben konnten, teilte die Polizei zunächst nicht mit. Die Schäden an der Fassade und an den betroffenen Balkonen sind erheblich. Für die sechs unbewohnbaren Wohnungen dürfte eine längere Sanierung notwendig werden. Das Ausmaß der Schäden wird derzeit von den Ermittlern erfasst.
Brandursache: Technischer Defekt wahrscheinlich
Die Ermittlungen zur Brandursache übernimmt ein Spezialteam des Polizeireviers Heidelberg-Süd. Die Beamten gehen nach ersten Erkenntnissen von einem technischen Defekt aus. Was genau diesen Defekt ausgelöst hat, ist Gegenstand der laufenden Untersuchungen. Weitere Details, etwa ob ein Elektrogerät auf dem Balkon oder eine defekte Leitung die Ursache war, nannte die Polizei bislang nicht.
In solchen Fällen ist es üblich, dass die Brandermittler nach dem Löschen die Brandspuren sorgfältig untersuchen. Sie sichern Proben und befragen Zeugen. Bis eine abschließende Einschätzung vorliegt, kann es einige Tage dauern. Die Bewohner des Hauses sollten sich daher auf eine ungewisse Wartezeit einstellen.
Mögliche Asbestbelastung: Vorsorgliche Prüfung
Ein weiterer Aspekt beschäftigt die Einsatzkräfte nach dem Brand: In dem Gebäude könnten asbesthaltige Materialien verbaut sein. Da Teile der Außenverkleidung möglicherweise geöffnet werden müssen, um versteckte Glutnester zu finden, prüft die Feuerwehr vorsorglich eine mögliche Asbestbelastung. Sollte Asbest gefunden werden, müssen die Arbeiten unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen erfolgen. Eine akute Gefahr für die Bevölkerung besteht nach Angaben der Feuerwehr nicht.
Balkonbrände: Gefahr für die Fassade
Der Brand in Heidelberg zeigt exemplarisch, wie schnell sich ein Balkonbrand zu einem Fassadenbrand entwickeln kann. Gerade bei älteren Gebäuden sind die verwendeten Dämmstoffe und Fassadenverkleidungen nicht immer feuerbeständig. Im Emmertsgrund, einem Stadtteil mit vielen Mehrfamilienhäusern aus den 1970er Jahren, ist die Bausubstanz oft anfällig für die Ausbreitung von Bränden über die Fassade.
Brandschutzexperten empfehlen daher, auf Balkonen keine brennbaren Materialien zu lagern. Vor allem Pappkartons, alte Möbel und Textilien sollten nicht auf dem Balkon aufbewahrt werden, da sie im Brandfall als zusätzlicher Brennstoff dienen. Auch elektrische Geräte, die direkt der Witterung ausgesetzt sind, können durch eindringende Feuchtigkeit einen technischen Defekt erleiden. Ein regelmäßiger Blick auf die Elektrik und die Einhaltung von Sicherheitsabständen kann das Risiko minimieren.
Die Feuerwehr konnte den Brand am Abend löschen. Die Aufräumarbeiten und die Nachschau an der Brandstelle dauern voraussichtlich noch mehrere Tage. Die Bewohner der sechs unbewohnbaren Wohnungen müssen sich darauf einstellen, vorerst nicht in ihre Wohnungen zurückkehren zu können. Wie lange die Sanierung dauert, ist unklar. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen und wird nach Abschluss der Untersuchungen weitere Informationen bekannt geben.



