In Starzach im Landkreis Tübingen (Baden-Württemberg) ist am Mittwochabend ein etwa eine Tonne schwerer Felsbrocken in das Dach eines Wohnhauses gekracht. Eine vierköpfige ukrainische Familie entging dabei nur knapp einer Katastrophe, da sie sich zum Zeitpunkt des Einschlags in den unteren Stockwerken aufhielt.
Starkregen und Gewitter lösen Steinschlag aus
Gegen 18.30 Uhr traf ein heftiges Unwetter den Starzacher Teilort Börstingen (670 Einwohner). Wassermassen schossen durch den Ort, Bäume knickten um. Oberhalb der Siedlung löste sich ein riesiger Fels aus dem Hang, rollte talwärts und durchschlug das frisch gedeckte Ziegeldach des Wohnhauses. Der Brocken blieb in einer Zwischendecke stecken.
Feuerwehr und THW im Einsatz
Kreisbrandmeister Sebastian Raudszus (40) erklärte: „Feuerwehr und THW waren schnell vor Ort, prüften die weitere Gefahrenlage.“ Mit einer Drohne wurde der Hang abgeflogen, um weitere Steinschläge auszuschließen. Ein Statiker untersuchte das Gebäude und gab Entwarnung: Die Familie durfte im Haus bleiben.
Gefahr durch anhaltende Trockenheit
Die Gefahr ist jedoch nicht gebannt. Raudszus warnte: „Es haben sich neue Unwetter angekündigt.“ Das Landratsamt und das Landesamt für Geologie wollen den Hang oberhalb der Ortschaft am Donnerstag genau untersuchen. Die anhaltende Trockenheit sei ein großes Problem: „Der Boden zieht sich durch die extreme Dürre zusammen. Wenn es dann einmal regnet, fängt der Hang an zu arbeiten“, so Raudszus.
Schaden und vorläufige Sicherung
Das beschädigte Dach wurde zunächst mit einer Plane vor Regen geschützt. Ein Zimmermann soll das Dach provisorisch abdichten. Um den Felsbrocken aus dem ausgebauten Dachgeschoss zu entfernen, wird ein Kran benötigt. Der Schaden wird auf rund 50.000 Euro geschätzt.



