1860 München holt Remis zum Regionalliga-Auftakt
1860 München: Remis zum Regionalliga-Start

Nach wochenlangem Schock, Chaos und Ungewissheit hat der TSV 1860 München sein erstes Saisonspiel in der Regionalliga Bayern absolviert. Das 2:2 (1:1) beim 1. FC Schweinfurt werteten die Verantwortlichen als klaren Mutmacher. „Im Großen und Ganzen können wir, glaube ich, mit dem Punkt heute leben und vor allem mit der Art und Weise für das allererste Spiel“, resümierte Trainer Alper Kayabunar, der erst zwei Wochen zuvor vom Interimscoach zum Chef befördert worden war.

Chaotische Vorbereitung

Die Münchner Löwen traten unter denkbar schwierigen Bedingungen an: Die neuen Trikots wurden erst zum Liga-Auftakt fertig, wegen eines Markenstreits mit dem früheren Investor Hasan Ismaik fehlt das ikonische Löwen-Wappen. Für die Beflockung mit Spielernamen reichte die Zeit nicht – auf den Rücken stand stattdessen „TSV München von 1860 e.V.“, in deutlicher Abgrenzung zum gescheiterten Profi-Konstrukt. Einige Akteure hatten kaum mit dem Team trainiert, andere wurden aus der Vereinslosigkeit geholt.

So lief etwa Dennis Dressel erst zu Beginn der Woche auf – der frühere 1860-Jugendspieler führte die Mannschaft gleich als Kapitän an. „Dennis ist dieser Aufgabe würdig“, erklärte Kayabunar. Vor 7.567 Zuschauern, darunter zahlreiche Sechzig-Fans, geriet das Team allerdings früh in Rückstand: Jason Prodanovic traf bereits in der 2. Minute.

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„Keiner wusste, was heute passiert“

Michael Eberwein, der erst seit einer Woche im Kader steht und in der 34. Minute den Ausgleich erzielte, beschrieb die Lage beim BR treffend: „Keiner wusste, was heute passiert.“ Trotzdem versuchten die Sechziger, die Kontrolle zu übernehmen, mussten nach der Pause aber erneut einen Rückstand hinnehmen. Der reaktivierte Torwart Vitus Eicher parierte zunächst einen Strafstoß von Michael Dellinger, doch beim Abpraller war der Schweinfurter schneller und schob zum 2:1 ein (65.).

Der ehemalige Bundesliga-Stürmer Florian Niederlechner, der dem Verein trotz des Zwangsabstiegs treu blieb, bemühte sich vor allem in der Offensive, blieb aber glücklos. Trainer Kayabunar wechselte den Routinier nach gut einer Stunde aus – und brachte den 18-jährigen Arian Ortivero Calderon. Der bullige Mittelstürmer bedankte sich nur Augenblicke später mit dem Kopfball zum 2:2 (69.). In der Nachspielzeit wurde ein dritter Schweinfurter Treffer wegen Abseits aberkannt.

Ein Punkt mit Signalwirkung

„Wir hatten so ein bisschen das Gefühl, dass mehr drin war, dass wir mit einem Dreier hätten nach Hause fahren können“, gestand Kayabunar. Doch angesichts der widrigen Umstände überwog die Erleichterung. Die Mannschaft zeigte Moral und Charakter, auch wenn die fehlende Abstimmung an vielen Stellen sichtbar blieb. Für die kommenden Wochen wird das Team vor allem eins brauchen: Zeit, um zusammenzuwachsen – und vielleicht auch ein paar Trikots mit Löwenkopf.

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