Der angeschlagene Warenhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof steht offenbar erneut vor einer einschneidenden Entscheidung. Wie die Augsburger Allgemeine aus mit den Vorgängen vertrauten Personen erfahren hat, stehen in Bayern gleich fünf Filialen auf dem Prüfstand. Betroffen sind die Standorte in Augsburg, München am Marienplatz, Nürnberg, Regensburg und Würzburg.
Das Unternehmen selbst wollte die Namen auf Anfrage nicht bestätigen. Eine Sprecherin verwies auf laufende Gespräche mit dem Gesamtbetriebsrat. Die endgültige Entscheidung über mögliche Schließungen soll erst nach Abschluss der Verhandlungen fallen. Für die Beschäftigten bedeutet das eine lange Zeit der Ungewissheit.
Diese fünf Filialen sind in Bayern betroffen
Nach den Informationen der Augsburger Allgemeinen handelt es sich um folgende Häuser:
- Augsburg
- München (Marienplatz)
- Nürnberg
- Regensburg
- Würzburg
Diese fünf Standorte zählen zu den insgesamt 92 Filialen, die Galeria deutschlandweit noch betreibt. Das Warenhausunternehmen befindet sich seit Februar 2024 in einem erneuten Insolvenzverfahren. Es ist bereits das dritte Mal innerhalb weniger Jahre. Schon im Jahr 2023 hatte der Konzern 16 Filialen schließen müssen. Der Druck auf den angeschlagenen Einzelhändler ist enorm.
Die wirtschaftliche Lage von Galeria
Galeria Karstadt Kaufhof gilt seit langem als Sanierungsfall. Tarifsteigerungen, hohe Energiekosten und die anhaltende Kaufzurückhaltung der Verbraucher machen dem Unternehmen schwer zu schaffen. Besonders die großen Warenhäuser in den Innenstädten leiden unter dem wachsenden Online-Handel. Viele Standorte arbeiten nach Einschätzung von Branchenkennern nicht mehr profitabel.
Die bayerischen Filialen stehen offenbar exemplarisch für diese Entwicklung. In Augsburg liegt das Haus an der Bahnhofstraße, in Nürnberg in zentraler Innenstadtlage. Die Mieten sind vielerorts hoch, während die Umsätze sinken. Eine Schließung könnte daher aus betriebswirtschaftlicher Sicht unausweichlich sein.
Mitarbeiter und Gewerkschaften zeigen sich besorgt
Die Belegschaften der betroffenen Filialen wurden in Betriebsversammlungen über die Pläne informiert. Nach Angaben von Betriebsratskreisen herrscht große Sorge um die Arbeitsplätze. Insgesamt könnten in den fünf Häusern mehrere hundert Menschen beschäftigt sein. Das Unternehmen machte hierzu keine konkreten Angaben.
Die Gewerkschaft ver.di kündigte bereits an, sich in den kommenden Verhandlungen für einen Sozialtarifvertrag stark zu machen. Sollte es zu Schließungen kommen, müsse es faire Abfindungen und Transfergesellschaften geben, forderte die Gewerkschaft. Auch die örtlichen Betriebsräte wollen sich wehren.
Innenstädte befürchten negative Folgen
Die möglichen Schließungen treffen nicht nur die Beschäftigten, sondern auch die Städte. Galeria-Filialen sind in vielen deutschen Innenstädten wichtige Anlaufpunkte. Sie sorgen für Publikumsverkehr und erhöhen die Attraktivität der Einkaufszentren. Fällt ein Warenhaus weg, drohen Leerstände und ein spürbarer Rückgang der Kundenfrequenz.
In Regensburg und Würzburg etwa gehören die Galeria-Häuser zum Stadtbild. Kommunalpolitiker sehen die Entwicklung mit großer Sorge. Für die Städte geht es um weit mehr als um ein einzelnes Geschäft. Eine Schließung könnte auch den Einzelhandel der gesamten Fußgängerzone schwächen.
Auch die Kundinnen und Kunden werden die möglichen Schließungen zu spüren bekommen. Gerade in Regionen, in denen es wenige Alternativen im Einzelhandel gibt, ist die Galeria oft die letzte große Anlaufstelle. Mit ihrer Schließung verlieren viele Städte einen wichtigen Bestandteil der Nahversorgung. Ob andere Händler in die Lücken stoßen können, ist ungewiss.
Ausblick: Entscheidung im Laufe des Insolvenzverfahrens
Wann genau über die fünf bayerischen Filialen entschieden wird, ist noch offen. Galeria rechnet damit, das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung zügig abwickeln zu können. Der Konzern will sich künftig auf ein profitables Kernsortiment und moderne Ladenkonzepte konzentrieren. Ob dafür Platz bleibt, wird sich wohl erst in einigen Wochen zeigen.
Experten halten es für wahrscheinlich, dass ein Großteil der genannten Standorte geschlossen wird. Das Unternehmen stehe unter massivem Restrukturierungsdruck. Die bayerischen Filialen dürften dabei nicht die letzten sein. Für die betroffenen Städte bleibt die Hoffnung auf eine Rettung in letzter Minute – doch die ist realistisch betrachtet gering.
Die kommenden Verhandlungen werden zeigen, ob es eine Zukunft für die fünf Galeria-Häuser in Bayern gibt. Bis dahin herrscht bei Mitarbeitern, Kunden und Stadtverwaltungen große Anspannung.



