Granate aus Zweitem Weltkrieg bei Krumbach entdeckt
Granate aus Zweitem Weltkrieg bei Krumbach entdeckt

Nahe Krumbach ist bei Erdarbeiten eine Granate aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt worden. Der Sprengkörper lag rund 80 Jahre im Untergrund, ehe er am 1. August von einem Bagger an die Oberfläche befördert wurde. Nach Polizeiangaben entstand kein Schaden, auch Menschen wurden nicht verletzt.

Die Baustelle befindet sich in einem Gewerbegebiet am Ortsrand von Krumbach. Gegen 10.30 Uhr meldete der Baggerfahrer den ungewöhnlichen Fund über Notruf. Die sofort herbeigerufene Polizei riegelte die Zufahrtswege ab und verständigte den Kampfmittelräumdienst der bayerischen Polizei. Der Bereich wurde weiträumig abgesperrt, um Schaulustige fernzuhalten.

Kampfmittelräumdienst gibt Entwarnung

Der Sachverständige des Kampfmittelräumdienstes untersuchte die Granate vor Ort. Nach einer ersten Begutachtung stellte er fest, dass der Sprengkörper transportabel war. Die Granate wurde daraufhin in einem Spezialbehälter aus der Baugrube gehoben und abtransportiert. Wie die Polizei mitteilte, ging von dem Fund zu keiner Zeit eine akute Gefahr aus.

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Die Sperrung konnte nach rund zwei Stunden aufgehoben werden. Anwohner mussten ihre Wohnungen nicht verlassen, auch eine Evakuierung war nicht erforderlich. Der Bauleiter zeigte sich in einer ersten Stellungnahme erleichtert, dass die Arbeiten ohne größere Zwischenfälle fortgeführt werden können.

Blindgänger in Bayerisch-Schwaben keine Seltenheit

Der Fund von Weltkriegsmunition ist in Bayerisch-Schwaben kein Einzelfall. Immer wieder stoßen Bauarbeiter, Landwirte oder Wanderer auf Überreste des Krieges. Insbesondere entlang ehemaliger militärischer Anlagen, Bahnstrecken und Industriegebiete werden Blindgänger gefunden. Auch in Krumbach selbst wurden in den vergangenen Jahren mehrfach Kampfmittel entdeckt, die entschärft oder geborgen werden mussten.

Nach Schätzungen des Bayerischen Innenministeriums befinden sich im Freistaat noch immer mehrere Tausend Tonnen Bomben und Granaten im Boden. Die genaue Verteilung ist unklar, da es keine vollständige Karte der Abwürfe gibt. Alliierte Bomberverbände griffen im Zweiten Weltkrieg Ziele in ganz Süddeutschland an, auch die Region um Krumbach war betroffen. Die Folge sind bis heute Funde wie die nun entdeckte Granate.

Der Kampfmittelräumdienst ist in Bayern dem Innenministerium unterstellt. Die Experten haben nach eigenen Angaben einen der größten Sprengräumdienste Deutschlands. Sie rücken zu Verdachtspunkten aus, meist nach Anzeigen von Bürgern oder Bauleitern. Im Durchschnitt erreichen die Einsatzkräfte mehrere hundert solcher Meldungen pro Jahr.

Nachsuche und Folgen

Nach der Bergung der Granate wird das Gelände in den kommenden Tagen mit einem Metalldetektor abgesucht. Das ist üblich, um sicherzugehen, dass keine weiteren Kampfmittel im Boden verbleiben. Das Landratsamt Günzburg wird in den Fall eingebunden und wird über weitere Schritte entscheiden. Für den Bauherrn könnte dies eine Verzögerung von wenigen Tagen bedeuten.

Die Polizei hat die beiden Arbeiter, die die Granate gefunden hatten, vernommen. Sie sollen den Fundort genau beschrieben haben. Die Ermittler prüfen nun, ob die Baustelle im Vorfeld auf Kampfmittel untersucht wurde. Sollten Auflagen missachtet worden sein, drohen dem Verantwortlichen Sanktionen.

Was bei einem Fund zu tun ist

Die Polizei warnt ausdrücklich davor, Munition aus dem Zweiten Weltkrieg zu berühren oder zu transportieren. Auch wenn die Fundstücke oft verrostet und harmlos aussahen, könnten die Zünder noch intakt sein. Bereits eine falsche Bewegung könnte eine Explosion auslösen. Deshalb lautet der Rat: sofort den Fundort sichern, Abstand halten und die Polizei über den Notruf 110 verständigen.

Insbesondere auf Baustellen ist es wichtig, dass Arbeiter über die Gefahren aufgeklärt werden. Der zuständige Bauleiter sollte über bekannte Kampfmittelverdachtspunkte informieren. Bei unerwarteten Entdeckungen muss die Arbeit sofort eingestellt werden. Erst nach Freigabe durch den Kampfmittelräumdienst dürfen die Arbeiten wieder aufgenommen werden.

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Die Beamten betonen, dass die Bürger keinesfalls selbst Hand anlegen sollten, auch nicht zur „Entsorgung“ im nahe gelegenen Feld. Die Granate aus dem Zweiten Weltkrieg ist noch heute eine Gefahr, die nur von Fachleuten beseitigt werden kann. Die Polizei hat die Ermittlungen zu den genauen Umständen des aktuellen Funds aufgenommen. Alle weiteren Schritte liegen nun in den Händen der Fachleute.